Evaluationsmodelle

 

(= E.) [engl. evaluation models], [FSE], in der Evaluationsforschung (Evaluation) gibt es viele versch. Evaluationsansätze. Einige der bekanntesten Unterscheidungen sind die der formativen Evaluation und der summativen Evaluation sowie die der externen Evaluation und der internen Evaluation. Mit der Wahl eines best. Evaluationsansatzes ist auch eine Entscheidung für ein best. E. verbunden. E. lassen sich hinsichtlich ihrer theoretischen Verankerung unterschiedlichen methodologischen Schulen zuordnen und spiegeln wissenschaftstheoretische Grundorientierungen wider (Wissenschaftstheorie). E. beinhalten Regeln über die Verwendung best. Untersuchungsdesigns (Forschungsdesign), Erhebungsmethoden (Datenerhebungsverfahren) und Auswertungsverfahren (Datenanalysemethoden) sowie den Ablauf einer Evaluation. E. lassen sich wiederum in unterschiedliche Kategorien einteilen. Vorgeschlagen wurde bspw. eine Dreiteilung in methoden-, bewertungs- oder nutzenorientierte E. Methodenorientierte Modelle stellen die Verfahren und Methoden, die zur Durchführung einer Evaluation eingesetzt werden, in den Mittelpunkt. Hierunter fallen Wirksamkeitsprüfungen von Maßnahmen mit (quasi-)exp. Ansätzen (Quasi-Experiment) ebenso wie die Feststellung einer Zielerreichung im therap. Setting z. B. über das Goal Attainment Scaling oder im Bildungsbereich über Large Scale Assessments wie PISA-Studien. Methodenorientierte E. werden auch häufig ergebnisorientierte E. genannt. Bewertungsorientierte Modelle beschäftigen sich vorrangig mit dem Prozess der Bewertung. Hier steht die Einbeziehung der Interessen aller Akteure bei der Planung, Durchführung und Ergebnisverwertung im Vordergrund. Ziel ist die intersubjektive Einigung und Bewertung nach einem dialogischen Austausch von Perspektiven. Aufgabe der Evaluatoren ist es, die Beteiligten während des Evaluationsprozesses zu begleiten, sie regelmäßig zu informieren, in alle Entscheidungen einzubeziehen und ihnen beratend zur Seite zu stehen. Bewertungsorientierte Evaluationen werden begleitend zu einer Maßnahme durchgeführt und gelegentlich auch Prozessmodelle genannt. Nutzenorientierte Modelle gehen insbes. der Frage nach, unter welchen Bedingungen Evaluationsergebnisse genutzt werden können. Im Vordergrund steht die praktische Verwertbarkeit der Evaluationsergebnisse für alle Stakeholder. Nutzenorientierte E. wurden als Antwort auf die häufig rein quant. vorgehenden bewertungsorientierten E. entwickelt, die mit (quasi-)exp. Designs arbeiteten und deren Ergebnisse oftmals nicht befriedigend genutzt wurden. In den Bereich der Nutzenmodelle fällt neben der Erfassung des ökonomischen Nutzens (Evaluation, ökonomische) auch der indiv. Nutzen der Evaluation für die einzelnen Beteiligten. Sie werden daher auch häufig Stakeholder-Modelle genannt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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