Event Segmentation Theory

 

(= EST), [KOG, MD, WA], die EST (Zacks et al., 2007) beschreibt grundlegende Prozesse der Wahrnehmung und Kognition dynamischen Geschehens. Dabei adressiert die EST sowohl einfache dynamische Stimuli (Perceptual Animacy) als auch komplexes, dynamisches Alltagsgeschehen sowie Narrationen. Die EST geht dabei von der Beobachtung aus, dass Menschen dynamische Ereignisse in distinkte bedeutungshaltige Ereignisse segmentieren (Ereignissegmentierung). Diese sind hierarchisch organisiert; mehrere feine Ereignisse sind in einem groben Ereignis angeordnet. Die Wahrnehmung eines Ereignisses wird durch Repräsentationen im Arbeitsgedächtnis, die das aktuelle Geschehen repräsentieren (Ereignismodelle, engl. event models) geleitet. Ereignismodelle sind multimodal und multidimensional. Sie sind konzeptuell ähnlich zu Situationsmodellen (construction integration model). Zentral ist die Annahme, dass Menschen basierend auf diesen Ereignismodellen Vorhersagen über die nahe Zukunft machen. Ein Mechanismus vergleicht permanent, inwieweit die Vorhersagen mit dem tatsächlich beobachteten Geschehen übereinstimmen (Fehlerentdeckung). Wird hierbei eine bestimmte Schwelle überschritten, nehmen Menschen eine Ereignisgrenze wahr. Danach werden alle sensorischen Informationen verwendet, um Informationen über das neue Ereignis zu sammeln. Darauf wird ein neues Ereignismodell im Arbeitsgedächtnis gebildet (Aktualisierung, engl. Updating). Die EST beschreibt sowohl bottom-up (z. B. saliente Wechsel in der Objektbewegung bei einfachen Animationen) als auch top-down Einflüsse (z. B. Erwartungen und Expertise der Beobachter) auf die Wahrnehmung von Ereignisgrenzen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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