Evidenz

 

(= E.) [engl. evidence; lat. evidens augenscheinlich, einleuchtend], [KOG, WA], Augenscheinlichkeit; höchste Gewissheit, einleuchtende Erkenntnis, unmittelbare Einsicht in das Gegebene mit der Gewissheit der Richtigkeit. Es gibt für mentale Strukturen mind. drei Formen der verfügbaren E.: die des Verhaltens (behavioral), die phänomenale und die physiol. (erlebnismäßig aus der Selbstwahrnehmung stammend). Häufig wird diese Basis, spez. in der Ps., als genügender Beweis für die Richtigkeit der Erkenntnis eines Vorgangs hingenommen.

Optische Täuschung zeigt aber, dass z. B. metrisch obj. gleich lange Strecken evident verschieden lang erlebt werden (Müller-Lyer’sche Täuschung). Ebenso kann einem phänomenalen Kausalzusammenhang, z. B. Verschiebung eines Gegenstandes durch einen anderen (Michotte), kein faktischer Zusammenhang entsprechen (wie auch viele Geschicklichkeitsspiele der Zauberer zeigen). Dies impliziert, dass in einer empirischen Wissenschaft wie der Ps. die Phänomene einer Analyse unterzogen werden müssen, damit gesichert wird, ob dieser Evidenz eine funktionale Abhängigkeit entspricht. common sense.

[FSE, KLI, PÄD, PHA], Evidenzbasierung.

Verwendete Literatur

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