Facettentheorie

 

(= F.) [engl. facet theory], [FSE], eine Methodologie für Entwurf und Analyse wiss Fragen. Grundbaustein der F. ist das Item, eine Frage (echte Frage, Testaufgabe, Stimulus) aus einem best. Inhaltsbereich, zus. mit einem Bildbereich (oft ausformuliert als Antwortskala), auf die die Person (oder allg.: der Beobachtungsgegenstand) abgebildet wird. Bsp. Intelligenztest-Items: Diese werden abgrenzt von anderen Items durch ihren bes. Bildbereich, der von «sehr richtig bis sehr falsch i. S. einer obj. Regel» reicht. Alle Items, deren Antworten in diesem Sinn bewertet werden, werden damit zu Intelligenz-Items (Guttman & Levy, 1991). Den Def.bereich von Intelligenz-Items (d. h. den Stimulus und die Person) kann man z. B. facettieren durch Unterscheidung der Items in (1) geometrische, verbale und algebraische Aufgaben (Facette F1 = {G, V, A}) und (2) in Aufgaben, zu deren Lösung man eine Regel ableiten oder anwenden muss (Facette F2 = {B, N}). Damit wird das Item-Universum konzeptionell geschichtet in Items vom Typ GB, GN, VB usw. Neben den Aufgaben kann man auch die Personen facettieren, z. B. mit der Facette F3 = {männlich, weiblich} oder mit F4 = «Alter in Jahren». Die zu testende Hypothese ist dann, dass diese Facetten bei entspr. konstruierten oder ausgesuchten Items empirisch «greifen», d. h., dass sie sich stat. in den Daten zeigen (z. B. in einer Diskriminanzanalyse). Wenn das der Fall ist, sind diese Facetten «nützlich».

Verwendete Literatur

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