Fähigkeitsselbstkonzept

 

(= F.) [engl. self-concept of ability, academic self-concept], syn. Selbstkonzept der Begabung, schulisches/akademisches Selbstkonzept, [EM, PÄD], Gesamtheit der kogn. Repräsentationen eigener Fähigkeiten. Eingeschlossen sind Annahmen über Höhe, Struktur und Stabilität der eigenen Fähigkeit. Je nach Auffassung aus dem Konstrukt ein- oder ausgeschlossen sind affektive Bewertungen. Das F. ist u. a. abzugrenzen von Selbstwert und Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit (Selbstwirksamkeitserwartung) und Selbstvertrauen sowie von Leistungseinschätzungen. Das F. ist Teil des Selbstkonzepts einer Person. F. sind hierarchisch aufgebaut und können auf allen Hierarchieebenen erfasst werden (z. B. allg. schulisches F., fachspezif. F.). Die Erfassung erfolgt zumeist über Selbstberichtskalen. Es liegen eine Reihe nicht normierter Verfahren für Forschungszwecke sowie einige wenige normierte Verfahren für die Einzelfalldiagnostik vor (derzeit aktuellstes normiertes Verfahren: SESSKO). Das F. speist sich aus Erfahrungen mit eigener Leistung (z. B. erfolgreiche Aufgabenbearbeitung, Noten), sowie direkten/indirekten Fähigkeitsmitteilungen anderer Personen. Bei der Verarbeitung dieser Informationen spielen Vergleichsprozesse unter Nutzung versch. Bezugsnormen sowie Kausalattributionen eine wesentliche Rolle. Diese Prozesse und Einflussfaktoren bieten zugleich Ansatzpunkte für Interventionen. Das F. wirkt sich aus auf Erfolgserwartungen und stellt somit eine vorauslaufende Bedingung für Motivation dar (Erwartung-Wert-Theorien). Das F. beeinflusst eine Vielzahl weiterer lern- und leistungsrelevanter Faktoren, darunter Prüfungsangst, Attribution und Aufgabenwahl. Vermittelt über solche Variablen, wirkt es sich zudem nachfolgend auf Leistung aus. In der Päd. Ps. gilt das F. als relevant zur Erklärung von Leistungsunterschieden, als hilfreich für die Aufklärung erwartungswidriger Leistung (Underachievement) und als generell bedeutsam für Lernerfolg. Selbstkonzeptmodell.

Verwendete Literatur

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