Fälschung eines unerwünschten Eindrucks

 

(= FUE) [engl. faking bad], eine v. a. in der Persönlichkeitsdiagnostik übliche Bez., um das Ziel von Fälschung(-sverhalten) näher zu beschreiben. Menschen haben häufig eine gewisse Vorstellung davon, welcher Eindruck in einer gegebenen Situation unerwünscht ist (Eindruckssteuerung). Im Einstellungsinterview oder -test etwa könnten Personen, die eine Stelle nicht antreten möchten, versuchen, einen unerwünschten Eindruck zu hinterlassen, indem sie sich – je nach Stellenbeschreibung – bspw. als wenig gewissenhaft, unsicher oder schüchtern darstellen. FUE kann aber auch in vielen anderen Situationen eine Rolle spielen, etwa wenn die Darstellung von Hilflosigkeit oder Beeinträchtigung zu Vorteilen führen kann (z. B. mangelnde Schuldfähigkeit im forensischen Kontext; Täuschungsstrategien).

Nicht gleichzusetzen ist die FUE mit dem v. a. in der Forschung genutzten Begriff der Fälschung in Richtung niedriger Testwerte, da FUE je nach Skala bzw. Test entweder der Fälschung in Richtung niedriger oder aber hoher Testwerte entspricht. So können etwa niedrige Testwerte in Gewissenhaftigkeit oder aber hohe Testwerte in emotionaler Labilität als unerwünscht angesehen werden. Überträgt man die Bez. auf die v. a. im klin. Kontext genutzten Begriffe der SimulationAggravation und Dissimulation, so entspricht FUE häufig der Simulation oder Aggravation, da ein Vortäuschen oder ein Übertreiben von Symptomen, Krankheiten oder Schwächen in den meisten Fällen einem unerwünschten Eindruck entspricht (z. B. stark depressiv, stark substanzabhängig). Doch auch hier gibt es mögliche Ausnahmen, nämlich dann, wenn die Symptome, Krankheiten oder Schwächen als erwünscht betrachtet werden. Gegenpol zu FUE ist die Fälschung eines erwünschten Eindrucks (faking good).

Referenzen und vertiefende Literatur

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