FAUSTLOS

 

[SOZ], der Begriff FAUSTLOS steht sinnbildlich für einen gewaltfreien Umgang bei Konflikten und emot. schwierigen Situationen unter Kindern und Jugendlichen (Konflikt, sozialer). Es ist ein Zivilcourage-Training, das v. a. für Kinder und Jugendliche konzipiert wurde. Gemeinhin versteht man unter Zivilcourage, seinen Unmut über etwas ohne Rücksicht auf mögliche Nachteile gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. Ä. zum Ausdruck zu bringen und dabei Dritten zu helfen. Doch weitere Situationen, in denen zivilcouragiertes Handeln notwendig ist, stellen bspw. aggressive oder gewalttätige Verhaltensweisen unter Kindern und Jugendlichen (Frey et al., 1999; Aggression, klinische Perspektive, Gewalt) dar. Da aggressives und gewaltbereites Verhalten wesentlich aus einem Mangel an sozialen Kompetenzen resultiert, haben Maßnahmen zur Steigerung der sozialen Kompetenz von Kindern i. R. von Gewaltprävention einen zentralen Stellenwert. Durch das Zivilcourage-Training FAUSTLOS lernen Kinder prosoziale Verhaltensweisen auf die gleiche Weise wie sie lernen, sich unsozial zu verhalten, nämlich über Vorbilder, Erfahrung und Verstärkung. Verstärkungen durch Lob und Belohnungen als auch durch erfolgreiche Problemlösungen fördern das Lernen dieser Fähigkeiten. Das Training, das in Kindergärten und Schulen einen gewaltfreien, empathischen Umgang der Kinder untereinander fördert, wurde von Cierpka (2005) am Universitätsklinikum Heidelberg mitentwickelt und wird heute vom Heidelberger Präventions-Zentrum betreut. Einer der Hrsg. von Unterrichtsmaterialien ist Andreas Schick. In den Materialien werden altersangemessene Inhalte für Kindergärten, Kindertagesstätten und den Grund- und Mittelschulbereich bereitgestellt und Verhaltensweisen in Konfliktsituationen teils spielerisch eintrainiert oder anhand von Bildern diskutiert.

Verwendete Literatur

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