Feeling-of-Knowing-Urteil

 

(= F.) [engl. Fühlen/Einschätzen des Wissens], [EW, KOG, PÄD], F. sind metakognitive Einschätzungen (Metakognition, vgl. auch Judgment-of-Learning-Urteil) darüber, inwieweit ein gerade nicht erinnerbares Item in einem späteren Rekognitionstest (Gedächtnisprüfung) identifiziert werden kann. Die Untersuchung von F. geht auf Hart (1965) zurück. In einem typischen Untersuchungsparadigma werden den Teilnehmern zunächst allg. Wissensfragen (Wissen) gestellt. Wird die Antwort nicht gewusst, wird nachgefragt, ob die Person die richtige Antwort herausfinden kann, wenn sie in einem Wiedererkennungstest zus. mit anderen Antworten (Multiple-Choice-Test) vorgegeben wird.

I. Allg. können Personen relativ gut einschätzen, ob eine Antwort im Gedächtnis vorhanden ist, auch wenn sie gerade nicht abgerufen werden kann. Entgegen der traditionellen Sichtweise zur Erklärung dieses Phänomens, nach der wir direkten Zugang zu Inhalten des Gedächtnisses haben (trace access view), nehmen aktuellere heuristische (Heuristik) Ansätze an, dass die Existenz des gesuchten Zielbegriffs auf der Grundlage versch. Faktoren erschlossen wird. Bspw. geht der accessibility view davon aus, dass die Quantität der zum Zielbegriff assoziierbaren Information entscheidend für das F. ist. Im Hinblick auf Entwicklungstrends deuteten ältere Studien zunächst auf einen Anstieg der Genauigkeit von F. von der mittleren Kindheit bis zum Jugendalter (Adoleszenz) hin. In neueren, meth. verbesserten Studien zeigten sich jedoch keine oder teilweise sogar entgegengesetzte Entwicklungstrends in der Genauigkeit der F. Bereits junge Grundschulkinder besitzen demnach ein gewisses Gespür dafür, welche Begriffe sie später wiedererkennen können und welche nicht (Schneider & Lockl, 2008). Die ausgeprägte Überzeugung etwas zu wissen, obwohl der Zielbegriff gerade nicht abrufbar ist, wird als Zungenspitzenphänomen (tip-of-the-tongue state) bez.

Verwendete Literatur

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