Fehlzeitenanalyse

 

(= F.), [AO], beschreibt ein quant. Analyseverfahren, das den Gesundheitsstand der Mitglieder einer Organisation anhand einer ökonomischen Kennzahl (Krankenfehlstandquote) bewertet. Die Berechnung kann unterschiedlich erfolgen, je nachdem welche Faktoren (Beschäftigtenstruktur, Betrachtungszeitraum, Def. von Abwesenheit) berücksichtigt werden. Mithilfe der F. können Gruppen hinsichtlich Alter, Geschlecht, Unternehmensbereich oder anderen Merkmalen verglichen werden. Solchermaßen durchgeführte Analysen bilden die Grundlage für Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Eine sinnvolle, da notwendige Erweiterung der F. aus arbeits- und organisationspsychol. Sicht (Sonntag et al., 2012), ist die Kombination der auf ökonomischen Kennzahlen beruhenden F. mit Maßen psychischer Belastung und psychischer Beanspruchung. Ursachen für die Fehlzeiten werden dann auf einer breiten empirischen Basis ermittelt: aus obj. Analysen psych. Belastung und subj. Einschätzungen der Mitarbeiter zu psych. Beanspruchung sowie neg. Beanspruchungsfolgen wie Stress (Stress am Arbeitsplatz), psychosomatische Störungen, allg. Erschöpfungszustände (Burn-out, Erschöpfung).

Auf dieser Grundlage können Ursachen für die Fehlzeiten ermittelt werden. Turgut et al. (2012) konnten in einer Studie mit ca. 1800 Mitarbeitern regressionsanalytisch nachweisen, dass arbeitsorganisatorische Probleme, geringer Handlungsspielraum, schlechtes Teamklima, geringes gesundheitsbezogenes Führungsverhalten und eine mangelnde Unterstützung durch die Sozialberatung den Krankenfehlstand signifikant beeinflussen. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Fehlzeiten als obj. Maß durch versch. Belastungsfaktoren und Ressourcen auf unterschiedlichen Ebenen (Arbeitsplatz, Individuum, Team, Führung und Organisation) beeinflusst werden. Arbeitsabwesenheit.

Referenzen und vertiefende Literatur

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