Festinger, Leon

 

(1919–1989), [HIS, SOZ], amerik. Sozialpsychologe, Sohn russisch-jüdischer Einwanderer; Studium der Ps. in Iowa bei Lewin, 1940 MA und 1942 Promotion, 1941–1943 dort Assistent, Forschung zu Anspruchsniveau und Statistik, 1943–1945 während des Zweiten Weltkriegs Tätigkeit als Statistiker an der University of Rochester für das Committee on Selection and Training of Aircraft Pilots. 1945 Eintritt als Assistenzprof. in Lewins Arbeitsgruppe am Research Center for Group Dynamics am Massachusetts Institute of Technology. Nach Lewins Tod 1947 geht Festinger 1948 an die University of Michigan, 1951 an die University of Minnesota, dann 1955 an die Stanford University. In den 1950er-Jahren leistet Festinger bedeutende Beiträge zur sozialpsychol. Theoriebildung durch die Untersuchung informaler sozialer Kommunikation, durch die Entwicklung der Theorie sozialer Vergleichsprozesse (sozialer Vergleich) und insbes. durch seine Theorie der kognitive Dissonanz (Balance-Theorien, Gleichgewichtstheorien). Diese Ansätze waren stark beeinflusst durch Lewin und Heider und trugen zur Überwindung behavioristischen Denkens (Behaviorismus) in der Ps. bei. Festinger entwickelte mit seinen Schülern einfallsreiche Experimente, u. a. zur Herstellung von Dissonanzen durch forced compliance, oft auch mit Täuschungstechniken. Festingers Dissonanztheorie ist eine der meistgenutzten psychol. Theorien, sie fand Resonanz auch in Nachbardisziplinen, wie u. a. der Konsumentenps. 1964 verließ Festinger das Gebiet der Sozialps. und wandte sich der Ps. der Farbwahrnehmung zu. 1968 kehrte er in seine Geburtsstadt New York zurück, arbeitete an der New School, 1979 beendete er die exp. psychol. Forschung und begann mit archäologischen und historischen Arbeiten und Publikationen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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