focus interview

 

(= f. i.) [engl.; lat. focus Feuerstätte], syn. Fokussiertes Interview, [FSE, MD, SOZ], wurde bereits in den 1940er-Jahren u. a. von Merton und Kendall (Merton et al., 1956) i. R. der Kommunikations- und Medienforschung entwickelt. Das f. i. basiert auf spezif. Gesprächsführungsregeln und wird leitfadengestützt (Qualitative (Leitfaden-)Interviews) geführt. Diese Interviewform erhielt deshalb ihre Bez. «fokussiert», da das Forschungsinteresse insbes. auf die Wirkungen von medialen Kommunikationsprozessen und Mediendokumenten zielt. Am Anfang des Interviews steht somit i. d. R. die Präsentation eines Mediendokumentes, z. B. eines Werbespots, eines Filmausschnitts, eines Zeitungsartikels etc., das im Fokus des weiteren Interviews (oder auch einer Gruppendiskussion) steht. Die Interviewfragen beziehen sich dann auf das subj. Sinnverstehen der Befragten in Bezug auf jenes (Medien-)Dokument. Der Grundansatz des f. i., nicht nur verbale Stimuli zu nutzen, sondern auch mediale bzw. visuelle, hat sich allg. in der Qualitativen Sozialforschung etabliert, da er sich als äußerst fruchtbar erwiesen hat. So wird diese Stimulustechnik heutzutage in unterschiedlichen Variationen als Grundreiz für den Kommunikationsprozess in versch. Interviewsettings und Gruppendiskussionsverfahren eingesetzt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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