four branch ability model of emotional intelligence

 

(= F.) [engl.] «Vier-Zweige-Fähigkeits-Modell der emotionalen Intelligenz», [EM, PER], Mayer & Salovey, 1997; ist ein integratives und hierarchisches Modell, das emotionale Intelligenz (= e.I.) als globales Fähigkeitskonstrukt aus vier zus.hängenden Fähigkeitsbereichen [engl. branches] (s. Abbildung) beschreibt: (Branch 1) Emotionswahrnehmung [engl. perceiving emotions] ist die Fähigkeit, die eigenen Emotionen und die Emotionen anderer sowie Emotionen in Objekten, Kunst, Geschichten, Musik und anderem Stimulusmaterial wahrzunehmen. (Branch 2) Emotionsnutzung [engl. facilitating thought] ist die Fähigkeit, Emotionen hervorzurufen und zu nutzen, um Gefühle zu kommunizieren und Denkprozesse zu fördern. (Branch 3) Emotionsverständnis [engl. understanding emotions] ist die Fähigkeit, die Entstehung, Veränderung und den Zusammenhang von Emotionen zu verstehen. (Branch 4) Emotionsmanagement [engl. managing emotions] ist die Fähigkeit, die eigenen Emotionen sowie die Emotionen anderer zu regulieren und zu steuern (Emotionsregulation). Empir. Evidenz bezieht das Modell primär aus Studien zur Validität des Mayer-Salovey-Caruso Emotional Intelligence Test (MSCEIT) sowie seiner Vorgängerversion, den Multi-Factor Emotional Intelligence Scales (MEIS). Der MSCEIT besteht aus acht Untertests, je zwei für jede der vier Branches. Bei den Subtests zur Emotionswahrnehmung bspw. besteht die Aufgabe darin, Emotionen in Gesichtern, Landschaften und grafischen Darstellungen zu erkennen. Befunde zur faktoriellen Struktur unterstützen einerseits die Annahme eines generellen Faktors. Die Korrelationen der Untertests untereinander (Validität, konvergente) waren verschiedentlich aber geringer als der Zusammenhang einzelner Subtests mit kogn. Fähigkeitstests (Validität, diskriminante). Auch die Separierbarkeit von Emotionswahrnehmung und Emotionsverwendung wurde wiederholt infrage gestellt. Das F. ist ein fähigkeitsbasiertes Modell (ability-based emotional intelligence) und kann von persönlichkeitsbasierten und gemischten Modellen (traitemotional intelligence) abgegrenzt werden. Fähigkeits- und persönlichkeitsbasierte e.I.-Tests sind nur gering korreliert. Erstere korrelieren stärker mit kogn. Fähigkeiten (Kognition), Letztere mit Persönlichkeitsmerkmalen.

 

Referenzen und vertiefende Literatur

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