Frageformen

 

(= F.) [engl. question types], [EW, KOG], F. werden in generative Transformations-Grammatiken über Transformationen eingeführt. Dabei werden im Grundsätzlichen zwei versch. Wege beschritten: (1) Die Frageoperation operiert auf der Basiskette, d. h. der grammatischen (Grammatik) Grundstruktur; (2) schon im tiefenstrukturellen P-Marker wird ein Interrogativelement eingeführt, das die entspr. Transformationsregel auslöst. Die letzte Möglichkeit scheint heute die anerkanntere zu sein. Es lassen sich zwei Frageformen unterscheiden: die Ja/Nein-Frage und die W-Wort-Frage; diese weisen eine unterschiedliche Intonation auf: Bei der Ja/Nein-Frage ist der Frageton am Satzende höher als am Satzanfang und bleibt auch oben; bei der W-Wort-Frage geht er am Satzende herunter. Die weiteren Operationen, die zur Interrogation führen, sind die Wortumstellung (Verb geht vor Nomen) und die Ersetzung einer Satzkonstituenten durch ein W-Wort (wie, warum, wo, was usw.). In der Sprachentwicklung wird die Frageform zuerst nur mittels der Operation der Intonation (als Addition), dann mittels der Intonation plus einer entspr. Wortumstellung gebildet (Grimm, 1973). Die ersten und häufigsten Fragen des kleinen Kindes sind nach dem Namen von Dingen (Was?) und nach dem Ort (Wo?) ausgerichtet. Erst später, nach dem Auftreten von Ja/Nein-Fragen, werden zeitliche (Wann?) und kausale (Warum?) Fragen gestellt.

Verwendete Literatur

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