Frankl, Viktor E.

 

(1905–1997),  [HIS, KLI, EM], gilt als Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse. Er wurde in Wien geb., studierte Med. und kam früh mit Sigmund Freud und Alfred Adler in Kontakt. Bereits als Student gab er eine eigene Zeitschrift «Der Mensch im Alltag. Zeitschrift zur Verbreitung und Anwendung der Individualpsychologie» heraus. 1926 verwendete Frankl zum ersten Mal den Begriff «Logotherapie». Später sah er diese als dritte Wiener Schule der Tiefenpsychologie neben der Psychoanalyse Freuds und der Individualps. Adlers an. Frankl blieb aus familiären Gründen in Wien und geriet für mehrere Jahre in versch. Konzentrationslager. Viele seiner Angehörigen, darunter seine junge Frau, wurden ermordet. Frankls Buch über seine Erlebnisse im Konzentrationslager (Frankl, 1946) erreichte vor allem in den USA sehr große Verbreitung. Frankls Beobachtung war, dass Menschen die Qualen des Konzentrationslagers eher überlebten, wenn sie auf einen Sinn hin orientiert waren, dessen Erfüllung sie in der Zukunft anstrebten. Kern der Logotherapie ist daher, Menschen bei der Sinnfindung zu helfen. Die Logotherapie steht in der christlich-jüdischen Tradition, obwohl Frankl seinen therap. Ansatz nicht als Ideologie verstand. In den theoret. Grundlagen knüpfte Frankl an die Existenzphilosophie an und sprach daher von Existenzanalyse, mit der er eine Anthropologie meinte, die den Bedürfnissen den Menschen gerecht wird. Zu Frankls therap. Techniken gehören die Dereflexion und die paradoxe Intervention. Frankl erhielt zahlreiche Ehrungen. Er starb in seiner Geburts- und Heimatstadt Wien. Seit 2015 gibt es in Wien ein Viktor-Frankl-Museum.

Verwendete Literatur

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