Führung, charismatische, transformationale

 

[engl. leadership, charismatic, transformational; gr. χάρισμα (charisma) göttliche Gabe, Ausstrahlungskraft, lat. transformare umwandeln], [AO, SOZ], Führungsforschung wurde durch House (1977) das Konzept der charismatischen Führung (= F.) in die Organisationspsychologie eingeführt (Felfe, 2005). In der neueren Literatur werden die klass. F.dimensionen (wie z. B. aufgabenorientierte F., mitarbeiterorientierte F.) als transaktionale F. beschreiben, während die neuere F.forschung als charismatisch oder transformational gekennzeichnet wird, wobei transformational der weitere Begriff ist. Sehr bald haben sich in diesem Bereich unterschiedliche Konzeptionalisierungen ergeben, die sich jedoch in einer Weise überlappen, sodass nach wie vor von einer transformationalen F.konzeption gesprochen werden kann. Die z. T. faktoranalytisch ermittelten Dimensionen sind zwar hinsichtlich ihrer Anzahl und ihrer inhaltlichen Beschreibung unterschiedlich, weisen trotz allem aber ein hohes Maß an Gemeinsamkeiten auf. Stellt man die Dimensionen charismatischer F. von Conger & Kanungo (1988, 1998) den Merkmalen transformationaler F. von Bass & Avolio (1994) und Bass (1998) gegenüber, wird dies offensichtlich. Nach Conger & Kanungo (1998) sind glaubwürdige und überzeugende Kommunikation, politisches GespürundSensibilität, unkonventionelles Verhalten, persönliche Risikobereitschaft, Sensibilität für Mitarbeiterbedürfnisse und Empowerment die relevanten Dimensionen, während es in der Zusammenstellung von Bass (1999) die sog. «vier Is» sind, die transformationale Führung bestimmen: (1) Idealized influence or Charismatic leadership, (2) Inspirational motivation, (3) Intellectual stimulation und (4). Individual consideration. Als Formen transaktionaler Führung kommen dann noch hinzu (5) Contingent reward (leistungsorientierte Belohnung), (6) Management by exception – active (Führung durch proaktive Kontrolle), (7) Management by exception – passive (reaktives Eingreifen im Bedarfsfall), (8) Laissez-faire (Verzicht auf Führung). Eine kritische Auseinandersetzung mit diesen neueren Konzepten findet sich u. a. bei Neuberger (2002). Zur Erfassung transformationaler F. wurden mehrere Messverfahren entwickelt, von denen das am weitesten verbreitetste Verfahren der Multifactor Leadership Questionnaire (MLQ) (Bass, 1985, 1995) ist. Eine dt. Variante dieses Verfahrens wurde von Felfe (2005) entwickelt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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