Galantamin

 

(= G.), [PHA]Antidementivum aus der Gruppe der Acetylcholinesterasehemmer (AChE-I), wirkt in erster Linie durch selektive Hemmung der Cholinesterase. Darüber hinaus werden eine zusätzliche allosterische Aktivierung nikotinischer Acetylcholinrezeptoren sowie ein neuroprotektiver Effekt diskutiert. G. ist in Dt. für die Behandlung leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenzen zugelassen. Es existieren zudem Hinweise auf pos. therap. Effekte bei schwerer Alzheimer-Demenz, vaskulären und gemischten Demenzformen sowie bei leichter kognitiver Störung (mild cognitive impairment – MCI). Auf dem dt. Markt sind aktuell folg. G.-Präparate verfügbar: Reminyl® (Retardkapseln oder Lösung), Galnora® (Retardkapseln) sowie unterschiedliche Generika. Die Dosierungsempfehlungen beinhalten einen Beginn mit 8 mg/d (Retardkapseln) zum Essen und eine langsame Dosissteigerung um 8 mg alle 4 Wochen bis zum Erreichen der Erhaltungsdosis von 16 mg/d bzw. 24 mg/d. In nicht retardierter Darreichungsform (Lösung) sollte das Präparat zur Verbesserung der Verträglichkeit auf zwei Dosen aufgeteilt werden. Bei Pat., die eine Beeinträchtigung der Leberfunktion haben, sollte eine angepasste, geringere Dosis verabreicht werden. Die Wirkung ist dosisabhängig, sodass die Behandlung mit der höchsten verträglichen Dosis erfolgen sollte. Bei Pat., die unter einer schweren Leber- oder Niereninsuffizienz leiden, darf das Medikament nicht verordnet werden. Außerdem ist bei Herzrhythmusstörungen, Asthma bronchiale oder obstruktiven Lungenerkrankungen Vorsicht geboten. G. wird bei ordnungsgemäßer Eindosierung i. d. R. gut vertragen, dennoch werden bei einigen Pat. gastrointestinale Beschwerden (Appetitminderung, Übelkeit, Erbrechen), aber auch Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Verwirrtheit, Depression, Stürze, Agitation sowie QTc-Zeit-Verlängerung beobachtet. Bei der Verabreichung zus. mit anderen Medikamenten sollten mögliche Interaktionen berücksichtigt werden. In klin. Zulassungsstudien wurde gezeigt, dass G. den Erkrankungsverlauf bei Alzheimer-Demenz verzögern kann und pos. Effekte auf die Kognition und die Erhaltung der Alltagskompetenzen hat. G. ist im Übrigen ein Naturstoff, der initial aus Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) isoliert wurde.