Garner-Interferenz

 

(= G.) [engl. Garner interference], [KOG, WA], G. bez. die Unfähigkeit, bei der Verarbeitung von mehrdimensionalen Reizen eine Variation auf einer irrelevanten Merkmalsdimension zu ignorieren. Die G. tritt beim Vergleich der Reaktionszeiten in zwei Bedingungen einer Wahlreaktionsaufgabe mit mehrdimensionalen Reizen auf. In beiden Bedingungen muss die Vp die Merkmalsausprägung jedes Reizes auf der relevanten Dimension (z. B. Farbe) per Tastendruck berichten. In der Standardbedingung (baseline task) weisen alle Reize auf einer irrelevanten Dimension dieselbe Ausprägung auf. In der Selektionsbedingung (selective-attention task oder filtering task) variieren die Reize dagegen auf einer irrelevanten Dimension in zufälliger Weise. G. liegt vor, wenn die Reaktionszeit in der Selektionsbedingung länger ausfällt als in der Standardbedingung. G. deutet darauf hin, dass zwei perzeptuelle Dimensionen nicht unabhängig voneinander verarbeitet werden können; man spricht dann von integralen Dimensionen (z. B. Farbton und Helligkeit). Ein Ausbleiben von G. spricht für die getrennte Verarbeitung von zwei perzeptuellen Dimensionen (z. B. Farbe und Größe). G. stellt ein wichtiges Kriterium für die perzeptuelle Trennbarkeit zweier Merkmalsdimensionen dar.

Referenzen und vertiefende Literatur

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