Geist

 

(= G.) [engl. mind, spirit], [PHI], ursprünglich ein phil. vieldeutiger Begriff (Philosophie). In der metaphysischen Gegenüberstellung von G. und Stoff ist G. das Lebendig-Göttliche, belebte und belebende Prinzip (Weltgeist). Später in der spekulativen phil. Ps. meint G. die menschliche Seele (Geistseele), die sich von der tierischen Seele charakteristisch unterscheidet. Die eigentliche phil. Wurzel liegt im nous (Anaxagoras) und im logos (Heraklit) als dem Vernünftigen, d. h. einem vernünftig waltenden Ordnungsprinzip in Welt, Leben und Denken. In der Ps. teils gleichbedeutend mit seelisch (seelisch-geistig bez. den Unterschied zum Körperlich-Stofflichen), teils Inbegriff höherer, nur dem Menschen als Person zukommender Fähigkeiten: Denken (z. B. in der Reflexion, Objektivierung und dem Werten) und Wollen (im bewussten, ziel- und mittelbestimmten, planmäßigen Handeln).

Grundformen des (substanzialisiert gedachten) G. (Hegel, N. Hartmann, Spranger, R. Meister) sind: (1) subj.-persönlicher G. (ans Bewusstsein der Einzelperson gebunden); (2) der obj. G. (das sich in Staat, Recht, Sitte, Gesellschaft, Erziehung und Bildungswesen, Religion, Kunst, Wiss., Sprache u. a. Kulturbereichen niederschlagende überindiv. Geistesleben); (3) der objektivierte G. (die geistigen Schöpfungen, kult. Werke, in denen sich der Geist manifestiert, fixiert); (4) Hegels absoluter G. (der sich in Geistesleben und Weltgeschichte bewusst werdende göttliche G.).