Geldillusion

 

 (= G.) [engl. money illusion; lat. illudere täuschen, betrügen], [KOG, WIR], bezeichnet die Tendenz bei der Geldwahrnehmung den Zahlenwert (nominaler Geldwert, Wert) und nicht den realen Geldwert zur Beurteilung des Wertes von Geld zugrunde zu legen. Der Geldwert wird als stabil wahrgenommen, wenn der in Zahlen ausgedrückte Wert konstant bleibt. So wird ein Euro z. B. auch bei einer Inflationsrate von 3% weiterhin als ein Euro und nicht als 97 Cent wahrgenommen. Dies kann dadurch erklärt werden, dass ein Sachverhalt meist in demjenigen Bezugssystem repräsentiert wird, das salienter (Salienz), einfacher, natürlicher oder gewohnter erscheint (hier: der Zahlenwert). Die G. zeigt sich z. B., wenn eine 4%-ige Verzinsung bei einer Inflationsrate von 3% einer 2%-igen Verzinsung bei einer Inflationsrate von 1% vorgezogen wird. Empirisch konnte gezeigt werden, dass bei Währungsalternativen (z. B. DM vs. EUR) eine Währung mit höheren (bzw. kleineren) Zahlenwerten bei Einnahmen (bzw. Ausgaben) bevorzugt wurde, obwohl der reale Geldwert währungsunabhängig identisch war.

Verwendete Literatur

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