Generalisation

 

(= G.) [engl. generalisation; lat. generalis allgemein], [KOG], Verallgemeinerung, Schluss von einem Teil auf das andere Ganze. I. S. von Pawlow wird mit G. das primitivere Erststadium bei der Herstellung eines bedingten Reflexes bez. Die bedingte Reaktion ist noch nicht eindeutig auf eine eng abgegrenzte Reizgröße erfolgt, sondern auf einen gewissen Bezirk aus dem Reizkontinuum. Nach dem Stadium der G. erfolgt das der Differenzierung, d. h., die bedingte Reaktion tritt nur noch auf einen best. Reiz hin ein. Neurologisch soll der G. eine Ausbreitung der Erregung im ZNS entsprechen (Pawlow u. a.). Ist z. B. die psychogalvanische Reaktion auf einen Ton von best. Schwingungszahl konditioniert und erfolgt die bedingte Reaktion auf mehrere ähnliche Töne auch, so zeigt sich, dass die Intensität der bedingten Reaktion auf den zum Konditionieren (Konditionierung) benutzten Ton am stärksten ist und in Richtung auf höhere und niedere Töne schwächer wird bis zu ihrem völligen Ausbleiben (Generalisations-Gradient). Solche Töne können wegen ihrer Fähigkeit, dieselbe Reaktion hervorzurufen, äquivalente Reize bzw. konvergierende Reize genannt werden. Bezieht sich die G. wie im beschriebenen Fall auf die Reize, spricht man von Reiz-G. (stimulus g.). Davon zu unterscheiden sind Reaktions-G. (response g.) und die Reizreaktionen-G. (stimulus response g.), wenn auf einen Reiz jew. unterschiedliche Reaktionen erfolgen oder wenn (im zweiten Fall) jeder Reiz eines best. Bereiches des Reizkontinuums eine best. Reaktion aus einem Bereich von ähnlichen Reaktionen hervorrufen kann. Von sekundärer G. spricht man, wenn Reize best. Sinnesgebiete dieselbe Reaktion hervorrufen. So kann z. B. sowohl die Stimme (akustischer Reiz) als auch das Gesicht (optischer Reiz) einer Person die Erinnerung an ihren Namen hervorrufen. Hier handelt es sich nicht eigentlich um G., sondern um gelernte Reizreaktionsverbindungen.

Der Begriff der G. ist auch zur Erklärung von Übertragungseffekten (Transfer) herangezogen worden, anstelle der Annahme von identischen Elementen. Zeigt z. B. ein Mensch in versch. Reizsituationen dieselbe konstante Verhaltensweise, etwa i. S. einer Charaktereigenschaft, spricht Dewey von generalisierten oder übertragbaren Gewohnheiten (generalized habits).

[KLI], Im Zusammenhang mit Psychotherapie bedeutet G. das Ausweiten bzw. Übertragen einer pos. oder neg. Veränderung auf andere Bereiche.

Verwendete Literatur

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