generative Transformationsgrammatik

 

(= g. T.) [engl. transformational generative grammar; lat. generare erzeugen, transformare umformen], syn. Transformationsgrammatik, [KOG], im Zusammenhang mit Fragen der maschinellen Verarbeitung von Texten 1957 von Chomsky begründet (Chomsky, 1957), 1965 erheblich verändert (Chomsky, 1965, z. B. Aufgabe der Kernsätze), befindet sich die g. T. bei eminentem Einfluss auf die ges. Sprachwissenschaft einschließlich der Psycholinguistik in ständiger Weiterentwicklung. Ihr Ziel ist im Ggs. zur zuvor statischen Grammatik die Beschreibung der sprachlichen Kompetenz des idealen Sprechers/Hörers (native speaker). Insofern ist sie eine generative Grammatik. Zu erreichen sucht sie ihr Ziel durch die Einführung eines komplizierten Systems von Regeln, nach denen in einer syntaktischen «Basis» die Tiefenstruktur der Sätze einer Sprache gebildet und mittels Transformation in ihre Oberflächenstruktur überführt wird. Insofern ist sie eine T. Die g. T. soll kein Sprechermodell und kein Hörermodell sein, also kein Modell der Performanz, soll aber wiederum doch von mentaler Realität sein, die dem aktuellen Verhalten zugrunde liegt.

Grundsätzliche Einwände gegen die g. T. sind folg.: (1) Sie übernimmt in der syntaktischen Basis die Prinzipien der IC-Analyse der Phrasenstruktur-Grammatik mit all ihren Schwächen. (2) Eine syntaktisch orientierte Tiefenstruktur wird den semantischen Tiefenbezügen nicht gerecht (generative Semantik). (3) Man kann Sprache nicht «unabhängig von ihrem Gebrauch erklären» (Oller, 1974), d. h., die sprachliche Kompetenz darf nicht nur wie bei Chomsky formalsprachlich auf Sätze bezogen sein, sie muss darüber hinaus auch handlungsbezogen (d. h. text-, situations-, kommunikations- und gesellschaftsbezogen) sein und damit variabel. Satzlernen, Textlernen.

Verwendete Literatur

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