Geschlechtsrollen-Selbstkonzept

 

(= G.) [engl. gender (role) identity/orientation], syn. Geschlechtsrollenidentität, geschlechtsbezogenes Selbstkonzept, [GES, PER, SOZ], ist die Selbstbeschreibung mit Persönlichkeitseigenschaften, die als typisch männlich (Maskulinität) bzw. typisch weiblich (Femininität) gelten und damit die Ähnlichkeit des Selbstkonzeptes mit gesellschaftlichen Geschlechterstereotypen in Bezug auf Persönlichkeitseigenschaften. Das G. wird meistens über den Personal Attributes Questionnaire (PAQ) oder den Bem Sex Role Inventory (BSRI) operationalisiert. Dabei erfasst man die Selbstbeschreibung einer Person mit Persönlichkeitseigenschaften, die instrumentell (oder agentisch bzw. maskulin) und expressiv (oder kommunal bzw. feminin) sind. Instrumentelle Eigenschaften sind z. B. «sehr unabhängig» und «fälle leicht Entscheidungen», expressive Eigenschaften «sanft» und «verständnisvoll gegenüber anderen». Instrumentalität (Maskulinität) und Expressivität (Femininität) sind zwei voneinander unabhängige Dimensionen. Je nachdem, mit welchen Eigenschaften Menschen sich beschreiben, kann man sie in vier G.-Typen einteilen: feminin (hohe Expressivität, niedrige Instrumentalität), maskulin (niedrige Expressivität, hohe Instrumentalität), androgyn (hohe Expressivität und Instrumentalität) und undifferenziert (niedrige Expressivität und Instrumentalität). Für viele Erlebens- und Verhaltensbereiche ist das G. wichtiger als das biol. Geschlecht. Z. B. hat G. über das biol. Geschlecht hinaus eine hohe prädiktive Kraft für physische und psychische Gesundheit: Hohe Instrumentalität führt zu geringeren Selbstberichten von Stress, aber höherer physiologischer Stressreaktivität bei Männern und Frauen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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