Geschmacksnerven

 

[engl. taste nerves], [BIO, WA], sind nachgeschaltete afferente Fasern von Hirnnerven (Gehirn, Nerv, Nervensystem) und dienen der Weiterleitung der Erregung aus den Geschmackssinneszellen (Geschmack) der Zunge und des Rachenbereichs. Die Geschmackssinneszellen sind, in versch. Typen von Papillen eingebettet, in Geschmacksknospen (s. Abb. dort) auf der Zunge repräsentiert. Als sekundäre Sinneszellen werden sie von afferenten Hirnnervenfasern (Nucleus facialis, Nervus glossopharyngeus, Nervus vagus) versorgt, die Information zum Nucleus solitarius der Medulla oblongata leiten. Von dort ziehen Fasern zum Gyrus postcentralis und zum Hypothalamus, wo sie gemeinsame Projektionsgebiete mit olfaktorischen Eingängen haben. Diese Verbindungen sind bes. wesentlich für die emot. Komponente der Geschmacksempfindungen. An einer Geschmacksknospe enden bis zu 50 Fasern. Jede Nervenfaser kann durch Verzweigungen viele Sinneszellen in einer Geschmacksknospe versorgen, sodass häufig einzelne Sinneszellen von mehreren Nervenfasern innerviert werden. Dieses Verschaltungsmuster bleibt auch bei der wöchentlichen Zellerneuerung gewahrt.

Da einzelne Schmeckzellen auf versch. Geschmacksqualitäten reagieren können und eine einzelne afferente Faser die Erregung von versch. Geschmacksknospen weiterleitet, kommt es in diesen zu spezif. Erregungsmustern, «Geschmacksprofilen». Diese geschmacksspezif. unterschiedliche Erregung in versch. Fasergruppen enthält die Information über die Geschmacksqualität. Die Gesamterregung aller entspr. Fasern enthält die Information über die Konzentration (Reizintensität).

Verwendete Literatur

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