Gesundheit

 

(= G.) [engl. health], [KLI], eine Untersuchung der Alltagsvorstellungen macht bereits deutlich, dass die G. ein mehrdimensionales Konzept ist. Schmerzfreiheit sowie die anatomisch-strukturelle Unversehrtheit des Körpers und die Funktionsfähigkeit seiner Organe sind wichtige Indizien der körperlichen G. Von einem psych. gesunden Menschen (Gesundheit, psychische) erwartet man hingegen nicht nur Schmerzfreiheit und die Abwesenheit von Leidenszuständen, sondern darüber hinaus auch ein best. Ausmaß an Wohlbefinden, Anpassungs- und Kommunikationsfähigkeit, Stresstoleranz (Stress) und geistiger Leistungsfähigkeit (Gesundheit, Dimensionen der, Gesundheit, Modelle der). In diesen Kriterien, die in der psychol. Behandlung als globale Therapieziele eine wichtige Rolle spielen, kommt die prägende Kraft einer soziokult. best. G.norm zum Ausdruck. Nach Auffassung der World Health Organization (WHO) ist G. ein «Zustand vollkommenen körperlichen, psych. und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen». Zweifellos handelt es sich hierbei um eine Idealnorm, die einen gesundheitspolitischen Appellcharakter besitzt. Die G.konzeption der WHO ist jedoch auch insofern forschungsstrategisch relevant, als sie eine ganzheitliche Betrachtung einfordert, die einer biopsychosozialen Orientierung (Krankheitsmodelle) Rechnung trägt.

Es ist unumstritten, dass zw. «gesund» und «krank» fließende Übergänge bestehen. Im Ggs. zu einer häufig anzutreffenden pathogenetischen Sicht hat Antonovsky (1979) in seinem salutogenetischen Modell (Salutogenese) versucht, jene Faktoren zu identifizieren, die zur Erhaltung und Förderung der G. beitragen. Die salutogenetischen Schlüsselbegriffe sind das allg. Widerstandspotenzial (GRR =generalized resistance resources) und der Kohärenzsinn (sense of coherence). Das allg. Widerstandspotenzial eines Menschen ergibt sich u. a. aus seiner genetischen Ausstattung, seiner materiellen Situation, seinen kogn. (Kognition) und emot. (Emotionen) Voraussetzungen, seinem Repertoire an Stressbewältigungsstrategien (Coping) sowie aus seiner psychosozialen Einbettung und soziokult. Zugehörigkeit (soziale Unterstützung). Der Kohärenzsinn lässt sich am besten als Bewältigungszuversicht (Selbstwirksamkeitserwartung) charakterisieren; sie äußert sich im Vertrauen auf die partielle Vorhersagbarkeit interner und externer Vorgänge und stellt damit einen Gegenpol zum Seligmann'schen Begriff der erlernten Hilflosigkeit dar. Wenn sich best., salutogenetisch relevante Verhaltensweisen als zeitlich relativ stabil erweisen, ist man auch geneigt, diesen Umstand einem Persönlichkeitsmerkmal zuzuschreiben. Auf der Suche nach den varianzstärksten Persönlichkeitsmerkmalen fand Becker (1995) tatsächlich einen Faktor höherer Ordnung, der sich als seelische G. interpretieren lässt. Als Persönlichkeitseigenschaft repräsentiert seelische G. im Wesentlichen die Kompetenz (Gesundheitskompetenz) eines Menschen, ein Gleichgewicht zw. äußeren Anforderungen und inneren Bedürfnissen herzustellen. Diagn. Instrumente, die zur Erfassung des Gesundheitszustands eingesetzt werden, sind im Verzeichnis diagn. Verfahren in Anhang II aufgeführt. Ressource, Resilienz, Gesundheit, Dimensionen der, Gesundheit, Laienkonzepte, Gesundheit, Modelle der.

Verwendete Literatur

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