Gesundheitsüberzeugungen

 

(= G.) [engl. health beliefs], [GES], sind Komponenten des Modells gesundheitlicher Überzeugungen (Health Belief Model). Dieses Modell versucht das gesundheitsbezogene Verhalten, v. a. die Initiierung von Verhalten, zu erklären. Zentrale Komponente des Modells und wichtigster Prädiktor für Verhalten ist die wahrgenommene Bedrohung durch eine Gesundheitsgefährdung. Die Höhe der Bedrohung resultiert aus der Einschätzung des Schweregrads der Gefährdung und der eigenen Verwundbarkeit (Vulnerabilität). Weitere wesentliche G. in dem Modell sind Kosten-Nutzen-Abwägungen, die direkt auf das Gesundheitsverhalten wirken und bei denen versch. Kosten (z. B. Unbequemlichkeit, Preis) eines Gesundheitsverhaltens mit dem erwarteten Nutzen abgeglichen werden. Andere Einflussgrößen sind interne und externe Handlungsanreize (Anreiz, z. B. Informationsmaterial) und Personenmerkmale. Das Modell gesundheitlicher Überzeugungen war lange Zeit eines der einflussreichsten Modelle in der Gesundheitsps. Kritik an dem Ansatz bezieht sich u. a. darauf, dass Verhalten nicht überwiegend durch Bedrohung motiviert wird (Motivation) und dass das Modell v. a. die Initiierung, aber nicht die Aufrechterhaltung von Verhalten oder Rückfallprozesse erklären kann.

Verwendete Literatur

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