Gesundheitsverhaltensänderung, multiple

 

(= m. G.) [engl. multiple health behavior change], [GES], bez. die Änderung von zwei oder mehr Gesundheitsverhaltensweisen. Eine Person kann Gesundheitsverhaltensweisen gleichzeitig (d. h. simultan) oder nacheinander (d. h. sequenziell) ändern. Zur Erklärung von m. G. gibt es versch. Ansätze, die bisher jedoch kaum empirisch untersucht wurden. Gleichzeitig regelmäßig joggen zu gehen und auf eine fettarme Ernährung zu achten, kann zu einer Erschöpfung von selbstregulativen Ressourcen führen (ego-depletion). Daher kann es erfolgsversprechender sein, mit seinen Ressourcen zu haushalten und zunächst nur ein Verhalten zu ändern (Hagger et al., 2010) und es zur Gewohnheit zu machen (Fleig et al., 2014). Ähnlich geht das Konzept Transfer davon aus, dass erfolgreich eingesetzte Strategien und Ressourcen zur Änderung eines Verhaltens auf die Änderung eines nachfolg. Verhaltens angewandt werden können. Im Ggs. dazu können kompensatorische Gesundheitsüberzeugungen («Es ist in Ordnung Süßigkeiten zu essen, solange ich regelmäßig körperlich aktiv bin», kompensatorische Gesundheitsüberzeugungen, Health Belief Model) bewirken, dass eine Person erst gar nicht die Absicht bildet, mehr als ein Gesundheitsverhalten zu ändern. Die m. G. kann unterschiedlich erfasst werden (Prochaska et al., 2008). Beim traditionellen Ansatz werden Veränderungen in jedem Verhalten einzeln analysiert. Alternativ können Veränderungswerte von versch. Verhaltensweisen aufsummiert werden. Darüber hinaus kann ein Indexwert berechnet werden, der angibt, wie viele Verhaltensempfehlungen (z. B. «fünf Portionen Obst am Tag essen») eine Person erfüllt. Letztendlich können umfassendere Prüfmaße wie z. B. Lebensqualität herangezogen werden. Zur Förderung von m. G. gibt es versch. Interventionsformen: Erhält eine Person gleichzeitig Unterstützung für mehrere Verhaltensweisen, spricht man von einer simultanen Intervention. Wird zuerst nur ein Gesundheitsverhalten und zu einem späteren Zeitpunkt ein anderes angesprochen, liegt eine sequenzielle Intervention vor. Health Action Process ApproachTranstheoretisches Modell.

Verwendete Literatur

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