Gewichtskontrolle

 

(= G.) [engl. weight control], [GES], unter Strategien zur G. werden angemessene und unangemessene Maßnahmen zur intentionalen Regulierung des Gewichtsstatus verstanden. Gerade im Jugendalter wird ein Anstieg von unangemessenen gewichtsregulierenden Maßnahmen im Kontext von gestörtem Essverhalten, aber auch von Adipositas verzeichnet. Das Spektrum der eingesetzten Strategien ist sehr breit und umfasst Maßnahmen zur Verringerung der Energiezufuhr, aber auch zur Erhöhung des Energiebedarfs. Zu den unangemessenen G.strategien, die zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden, zählen bspw. rigides Diätverhalten mit einseitiger und/oder unzureichender Energiezufuhr, exzessives Sporttreiben (mit zwanghaftem Charakter; Ausübung trotz körperlicher Schädigungen oder sozialer Einschränkungen), Einnahme von psychoaktiven Drogen zur Erhöhung des Energieverbrauchs (Koffein, Nikotin), sich nach dem Essen erbrechen, Einnahme von Laxanzien, Emetika oder Diuretika oder rigide kogn. Strategien (wie restriktives Essverhalten mit Kalorienzählen, fester Diätgrenze oder Einteilung in erlaubte und verbotene Nahrungsmittel). Weitere Maßnahmen können auch das Verzichten auf einzelne Mahlzeiten (dinner cancelling; Verzicht auf Frühstück), das Herbeiführen von ständigem Frieren (z. B. zu leichte Kleidung tragen), das ständige Wiegen/Protokollieren des Gewichtsstatus oder die Fokussierung auf die Einnahme von Light-Produkten sein. Solche G.strategien sind Kennzeichen für Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimie, Bulimia nervosa. Neben ihrer gesundheitsgefährdenden Wirkung ist vor allem auch hervorzuheben, dass viele Strategien langfristig zu einer Gewichtszunahme statt der erwünschten -abnahme führen (z. B. Jojo-Effekt von Diäten).

Angesichts der Ominipräsenz von Nahrung ist der Einsatz von G.strategien aber auf der anderen Seite wünschenswert, da eine übermäßige Gewichtszunahme verhindert werden soll. Im Kontext der Adipositasbehandlung liegt der Fokus der G.strategien auf der Stabilisierung des bereits erzielten Gewichtsverlusts. Neben einer flexiblen kogn. Kontrolle des eignen Ernährungsverhaltens (z. B. keine Essverbote), wird hierbei u. a. auch auf regelmäßige Mahlzeiten, ausreichende körperliche Bewegung wie auch bewusste Kontrolle emot. und sozialer Auslöser von Essverhalten fokussiert. Gewichtsreduktion, verhaltenstherapeutische Elemente.

Referenzen und vertiefende Literatur

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