Glossolalie

 

(= G.) [engl. glossolalia; gr. γλώσσα (glossa) Zunge, λαλέιν (lalein) sprechen], [KLI], Zungenreden. In Ausnahmezuständen (Ekstase) auftretendes Sprechen mit gehobener Stimme in einer scheinbaren Fremdsprache, die aber in pseudosprachlichen Lautgebilden besteht. Wurde häufig als religiöse Offenbarung betrachtet. G. bez. auch schizophrenes, nicht der Kommunikation dienendes Produzieren von unverständlichen Lauten (Dysphrasie), die wie regelhafte fremdsprachige Phonemfolgen anmuten, weil sie häufig wiederholt werden und eine Prosodie aufweisen. Die Klangformen dieser Stereotypien stehen damit zw. denen echter Sprachgebilde (Verbigeration) und Geräuschen. Obschon diese Klangformen eine gewisse Konstanz in ihrer Wiederkehr aufweisen, scheint ihnen eine semantische und pragmatische Zeichenfunktion zu fehlen.