Goldwater-Regel

 

(= G-Regel), [DIA], benannt nach dem US-Politiker B. M. Goldwater (1909–1998), der 1964 Präsidentschaftskandidat der Republikaner war. Das Magazin Fact veröffentlichte 1964 eine Umfrage, in der über 1000 Psychiater Goldwater für psychol. ungeeignet für das Präsidentenamt erklärten und ihm ParanoiaNarzissmus sowie eine schwere Persönlichkeitsstörung attestierten, Goldwater verlor die Wahl. Aus diesem Anlass hat die APA(American Psychiatric Association) 1973 die G-Regel in ihren Prinzipien der med. Ethik formuliert. Die G-Regel ist eine ethische Richtlinie, die besagt, dass Psychiater ihre Expertise über psychiatrische Probleme mit der Öffentlichkeit teilen können, wenn sie zu ihrer Meinung über Personen des öffentlichen Lebens gefragt werden. Es wird aber als unethisch angesehen, diese Aussagen ohne eine Untersuchung der betreffenden Person und ohne deren Zustimmung zu treffen. Die APA unterstützt dieses Vorgehen und empfiehlt ihren Mitgliedern, keine Diagnosen über Personen des öffentlichen Lebens zu erstellen, die man nicht psychodiagn. untersucht hat. Die Auslegung der G-Regel wird kontrovers diskutiert, da eine zu enge Auslegung die Arbeit von Psychiatern für Gerichte, Versicherungsagenturen und staatliche Einrichtungen (z. B. Geheimdienste) als unethisch einstufen würde.

Referenzen und vertiefende Literatur

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