Gonadenhormone

 

(= G.) [engl. hormones of the gonads; gr. γωνη (gone) Erzeugung, Samen, ἀδήν (aden) Drüse], syn. Keimdrüsenhormone, Sexualhormone, [BIO], Geschlechtshormone, in den Testes (Mann), den Ovarien und der Plazenta (Frau) gebildet, von grundlegender Bedeutung für die Bildung und Entwicklung der Geschlechtsmerkmale sowie für das allg. Wachstum. Nach den Wirkungen werden weibliche (Östrogene und Gestagene) und männliche (Androgene) Geschlechtshormone unterschieden. Androgene werden nicht nur in den Testes gebildet, sondern auch in der Nebennierenrinde (Kortiko(stero)ide) und zu einem geringen Teil auch in den Ovarien. Umgekehrt synthetisieren auch die Testes weibliche G. Die Bildung wird angeregt durch die gonadotropen Hormone (Gonadotropine) des HVL (glandotrope Hormone). Beziehungen zur Körper- und Persönlichkeitsentwicklung sind unumstritten, soweit sie auf relativ grobe Parallelitäten bezogen werden. Der Einfluss der G. auf das Sexualverhalten ist bei Primaten geringer als bei niedrigen Säugetieren. Solange beim Mann eine Mindestmenge an Androgenen vorhanden ist, wird die Frequenz sexueller Reaktionen kaum beeinflusst. Sinkt der Testosteronspiegel allerdings darunter, tritt Impotenz auf, die durch Testosterongaben behoben werden kann. Die sexuelle Aktivität der Frau wird auch mehr von Androgenen als von Östrogenen beeinflusst. Östrogene und Androgene haben einen Anteil an der allg. Aktiviertheit eines Individuums. Darauf weist auch die Erhöhung des Noradrenalingehalts im ZNS nach Östrogen- und Androgengaben hin. G. haben Einfluss auf sensorische Schwellen. Eine bedeutsame Rolle spielen G. während der pränatalen und kindlichen Entwicklung, insbes. für die Geschlechtsdifferenzierung. Hypo- oder Hyperfunktion der Gonaden bzw. der Hypophyse führen zu Entwicklungsstörungen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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