Grawe, Klaus

 

(1943–2005), [KLI], war ein einflussreicher Hochschullehrer und Forscher der Klinischen Ps. und Psychotherapie (= P.). Er vertrat eine schulenübergreifende Auffassung von P., nach der es um wiss. Verständnis psychoth. Veränderungsprozesse, dessen Umsetzung in die Praxis, ihre empirische Überprüfung und die ständige Weiterentwicklung von Theorie und Praxis der Ps. geht. Er studierte Ps. in Hamburg und Freiburg i. Br. (Diplom, 1968), promovierte (1976) und habilitierte (1979) in Hamburg. Er erhielt 1976 einen Ruf an die Universität Bern, wo er eine Psychotherapeutische Praxisstelle sowie 1992 und 1999 in Zürich postgraduale Studiengänge aufbaute. Wesentliche Beiträge sind die vertikale Verhaltensanalyse, die Schematheorie, die Figurationsanalyse, die Berner Therapievergleichsstudie, eine Metaanalyse zur Wirksamkeit von Ps., eine Übersicht zu empirischen Zusammenhängen zw. Therapieprozess und -ergebnissen, die Formulierung  allg. Wirkfaktoren der P. sowie die Formulierung einer schulenübergreifenden Allgemeinen P., die Wirkfaktorenanalyse (WIFA; Wirkfaktoren in der Psychotherapie), die Einteilung in therapeutische Ansätze der 1., 2. und 3. Generation, eine wirkfaktorenbasierte Vergleichsstudie sowie zuletzt ein Werk zur Neurop. Die Metaanalyse trug maßgeblich zum dt. Psychotherapeutengesetz (PsychThG) bei. Grawe wirkte als (Mit-)Herausgeber (Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychotherapy Research, Fortschritte der Psychotherapie), war Präsident der Society for Psychotherapy Research (SPR) und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPS) und erhielt verschiedene Ehrungen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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