Grenze

 

(= G.) [engl. border], [KOG, WA], erlebte G., ein wesentliches Kriterium der Gliederung der phänomenalen Welt. (1) Als Kontur hebt sie die Figur vom Grund ab, als Kante und Ecke betont sie die Flächen an Gegenständen, und als Farbsprung trennt sie die Farben voneinander (Figur-Grund-Verhältnis, Objekterkennung). Die G. hat innerhalb der Figur sowohl die Funktion der Bindung (dem Strukturaufbau zugehöriges Moment) als auch die der einseitigen Trennung. Umgekehrt grenzt sie den Grund nicht gegen die Figur ab. Im Falle des Farbensprungs übernimmt sie die doppelte Grenzfunktion, die eine gegen die andere Fläche abzugrenzen. (2) Im Erinnern (Gedächtnis) und Denken spielt die G. eine ähnlich wesentliche Rolle wie in der Wahrnehmung. Z. B. ist im Denken häufig die Einbindung von Teilen als lösungserschwerender Grenzverlauf, der aufgelockert werden muss, wenn die Lösung (Problemlösen) gefunden werden soll, von Bedeutung. (3) Die G. der Sinne sind einmal durch die Minima der Unterschiedsschwellen und zum anderen durch die Breite (z. B. der Tontiefen und -höhen) des betreffenden Sinnes gegeben. Sie sind Ausschnitt einer best. Zone aus einer größeren Skala physikal. Erscheinungen. Sie variieren von Lebewesen zu Lebewesen. Während dem Hund noch bei 35 000 Schwingungen ein Tonerlebnis gegeben ist, liegt für den Menschen die G. bei etwa 20 000 Schwingungen pro Sekunde. Damit sind gleichzeitig behaviorale G. gesetzt.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.