Gruppierung

 

(= G.) [engl. grouping], [KOG], Vorgang, bei dem unterscheidbare Einzelheiten zu Gesamtheiten (Gestalten) zus.gefasst werden. Die Fähigkeit zur G. ist Lernvoraussetzung und erfordert Flexibilität des Denkens sowie Abstraktion (Abstraktionsvermögen). Nach Piaget (1947) ist G. «… eine best. Gleichgewichtsform der (Denk-)Operationen, d. h. der verinnerlichten und zu Gesamtstrukturen organisierten Tätigkeiten …». Die G. bewirkt ein Gleichgewicht «… zwischen der Assimilation der Dinge an die Tätigkeit des Subjekts und der Akkommodation der subjektiven Schemata an die Veränderung der Dinge …» (Piaget, 1947). Äquilibration. Der für die Mathematik zentrale Begriff «Gruppe» (Poincaré) wird auf Denkprozesse angewandt, indem best. Verknüpfungen von Operationen angenommen werden. Piaget beschreibt vier Systeme der G.: (1) die logischen Operationen (Klassifizierung oder hierarchische Verschachtelung der Klassen, qual. Seriation, Substitution, Reziprozität, Multiplikation der Klassen, genealogischer Stammbaum von Klassen und von Relationen); (2) infra-logische Operationen zur Konstruktion von Gegenständen und zur Erzeugung der Begriffe von Raum und Zeit; (3) G. von Operationen, die Beziehungen zw. Mitteln und Zwecken betreffen; (4) Gesamtheit der drei Operationssysteme, ausgedrückt in einfachen Aussagen. Die fünf Gleichgewichtsbedingungen der qual. G. sind: Komposition, Assoziativität, Identität, Reversibilität und Tautologie.

[FSE], Faktorenanalyse, Clusteranalyse, Latente Klassenanalysen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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