Handlungs-Wahrnehmungs-Kompatibilität

 

(= H.) [KOG, WA], bezieht sich auf den Einfluss einer geplanten oder ausgeführten Handlung auf die Wahrnehmung. Traditionelle Modelle der menschlichen Informationsverarbeitung beginnen ihre Analyse i. d. R. mit Umweltreizen, deren Auswirkungen auf das menschliche Wahrnehmen, Denken und Handeln sie bis hin zu einer evtl. motorischen Reaktion verfolgen. Handlungen beeinflussen aber auch die Wahrnehmung, wie ökologische Ansätze und sensomotorische Kognitionstheorien betonen. Effekte dieser Art sind vielfältig: (1) Die Ausführung einer Handlung führt zur Abschwächung des Erlebens ihrer sensorischen Effekte, weswegen wir uns z. B. nicht selbst kitzeln können. (2) Die Planung einer Handlung (Handlungsplanung) mit best. Merkmalen (z. B. das Drücken einer rechten Taste) kann die Wahrnehmung handlungsunabhängiger Reize mit überlappenden Merkmalen (z. B. eines nach rechts weisenden Pfeiles) erleichtern oder erschweren, im Extremfall sogar verhindern. (3) Die Planung und Ausführung einer Handlung orientiert die Aufmerksamkeit auf handlungsrelevante Reizdimensionen; Greifbewegungen erleichtern z. B. die Wahrnehmung von Formmerkmalen und Zeigebewegungen die Wahrnehmung von räumlichen Reizen. Ähnlich wie Effekte der Reiz-Reaktions-Kompatibilität zeigen Phänomene der H., wie Wahrnehmung und Handlung miteinander verwoben sind. Gefühl des subjektiven Handlungserlebens, Sensorische Abschwächung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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