Handlungstheorie

 

(= H.) [engl. action theory], [EM, KOG, PHI], ein System von Begriffen und fundamentalen Annahmen, das zur Interpretation von Handlungen (Handlung) eingesetzt wird. Da das Konzept «Handlung» nicht nur in der Ps. verwendet wird, sind H. i. R. versch. Disziplinen entwickelt worden (Lenk, 1984). Phil. H. bemühen sich um die gedankliche Analyse der allgemeinsten Implikationen des Handlungsbegriffs. H. in Sozialwissenschaften wie Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Politologie beziehen sich auch auf Gruppen, Organisationen, Institutionen als Akteure. In handlungstheoret. Konzeptionen der Ps., Pädagogik, Linguistik, Arbeits- und Sportwissenschaft erscheint dagegen zumeist primär das Individuum als Akteur. H. konzentrieren sich teilweise auf die strukturellen Voraussetzungen von Handlungen (wobei dann Begriffe wie Situation, Lebensraum, Entscheidung (Entscheiden) im Vordergrund stehen), teilweise auf den Prozess, den organisierten zeitlichen Ablauf der Verwirklichung einer Handlung (mit Kernbegriffen wie Regulation, Ebene, Hierarchie). Die mit H. zu leistende Interpretation wird teilweise als wertneutrale, deskriptiv-explanative Gegenstandsaufschließung verstanden, teilweise aber auch, bspw. in der Pädagogik, als eine den Interpreten normativ orientierende und somit sein päd. eingreifendes Handeln vorbereitende (Kaminski, 1979). «Handeln» wird dann als eine werthaft-ausgezeichnete, anstrebenswerte Geschehensart verstanden, die gegenüber anderen, minder wertvollen zu bevorzugen ist. Lernende Organisationen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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