Haushaltsentscheidungen

 

[engl. household decisions], [KOG, SOZ, WIR], Haushaltsentscheidungen werden von zwei oder mehr Personen in einer engen Beziehung von (Ehe-)Partnern und Kindern getroffen. Abhängig von der Zufriedenheit mit der Beziehung und von der Machtverteilung reicht das Verhalten von marktähnlichem Austausch bis zu spontanem altruistischem Handeln (Altruismus). Klassifikationen von Haushaltsentscheidungen konzentrieren sich auf Güterarten (Gebrauchsgüter, Dienstleistungen) oder auf Aspekte des Entscheidungsprozesses (kogn. Skripts, finanzielle Mittelbindung, soziale Sichtbarkeit des Gutes). Im Alltag sind Haushaltsentscheidungen mit versch. Aktivitäten in der Partnerschaft verknüpft, sodass eine Entscheidungsgeschichte entsteht, wobei der nachgebende Partner in einer Haushaltsentscheidung in der folg. Haushaltsentscheidung oft einflussreicher ist als der Partner, der in der Vergangenheit eine Haushaltsentscheidung bestimmt hat (Entscheiden). Traditionell hängt der Einfluss von Partnern in finanziellen Haushaltsentscheidungen von der Art des Produkts (Frau: Küchengeräte; Mann: Finanzprodukte) und dessen Eigenschaften ab (Frau: Design; Mann: Zahlungsweise) sowie von der Kompetenz der Partner und dem Interesse an der Haushaltsentscheidung Studien zeigen, dass Haushaltsentscheidungen, bei denen ein Partner allein entscheidet, selten sind und dass der Einfluss der Partner ungefähr ausgeglichen ist. Partner verwenden abhängig von der Qualität der Beziehung (Vertrauen: kooperative Taktiken; Misstrauen: egoistische Nutzenmaximierung) und dem Geschlecht (Frauen: emot. Taktiken; Männer: sachorientierte Taktiken) unterschiedliche Einflusstaktiken, um Probleme zu lösen, den Partner zu überzeugen, zu verhandeln oder mit traditioneller Rollensegmentierung Konflikte zu vermeiden. Der Einfluss von Kindern hängt von der Produktart (Spielsachen, Eis, Sportschuhe), ihrem Alter (Ältere sind einflussreicher), ihrer Position innerhalb der Geschwister (Erstgeborene) und von der Familiensituation (Kinder von Alleinerziehern) ab. Da Beobachtungen und Fragebogenstudien oft zu systematischen Fehlern führen, werden Tagebücher als Forschungsmethode empfohlen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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