Hellpach, Willy Hugo

 

(Pseudonym: Ernst Güstrow) (1877–1955), [HIS, SOZ], studierte in Greifswald Medizin (1903 Dr. med. in Heidelberg) und in Leipzig Philosophie, promovierte bei Wundt; Dr. phil. 1899), ab 1904 Niederlassung als Nervenarzt in Karlsruhe, 1906 Habilitation in Heidelberg für die Technische Hochschule Karlsruhe, wo er 1911 ao. Prof. wurde und 1920 als o. Prof. das erste Institut für Sozialps. an einer deutschen Hochschule gründete. 1924–1926 Badischer Staatspräsident, 1925 Kandidat der Deutschen Demokratischen Partei für das Amt des Reichspräsidenten, 1928–1930 Reichstagsmitglied. Umfangreiche publizistische Tätigkeit. In der NS-Zeit arbeitete Hellpach in Heidelberg zurückgezogen als Lehrbuchautor im Themenspektrum Sozialpsychologie, Völkerpsychologie, Kulturpsychologie und Religionspsychologie. Diese Tätigkeit setzte er nach 1945 fort. Lehrtätigkeit an der Universität Heidelberg. Durch sein Buch «Die geopsychischen Erscheinungen» (später unter dem Titel «Geopsyche») sowie durch weitere Schriften gilt Hellpach als Mitbegründer der ökologischen Psychologie. Mit seinen Thesen zum Einfluss des Klimas auf die menschliche Persönlichkeit sowie der von ihm als sog. Ideo-Realgesetz genannten Annahme der körperlichen und seelischen Mitbewegung in Erweiterung des Carpenter-Effekts gab Hellpach Impulse für empir. Forschung. Sein eigenes Vorgehen war dagegen beobachtend-beschreibend und historisierend. Zahlreiche Ehrungen, u. a. Wilhelm-Wundt-Medaille der DGPs (Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPS)), Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Dt., Paracelsus-Medaille.

Referenzen und vertiefende Literatur

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