Hemmung

 

[engl. inhibition], syn. Inhibition, [KOG], Störung des normalen Ablaufs psych. oder auch körperlicher Funktionen. (1) Hemmung des Vorstellungsverlaufs bzw. der Gedächtnistätigkeit, im Einzelnen als assoziative Hemmung (nach Ebbinghaus: reproduktive), retroaktive (rückwirkende), proaktive (vorwirkende) Hemmung. Eine Form der zuletzt genannten Gedächtnish. ist die bes. von Rohracher beschriebene affektive Hemmung, die auftritt, wenn nach der Informationsaufnahme oder nach dem Lernen ein starker Affekt erregt wird. Das Ranschburg’sche Phänomen ist eine Ähnlichkeitshemmung. (2) Ein Reflex kann durch den Einfluss höherer Zentren gehemmt werden, ebenso durch gleichzeitig auftretende andere Reize.

Während die unter (1) genannten Beeinträchtigungen von Reproduktionsprozessen durch Interferenz von assoziativen Prozessen erklärt werden (neg. Transfer), sollen die unter (2) aufgezählten Hemmungen selbstständige Prozesse sein. Die zentrale Hemmung besteht allerdings nach Pawlow in einer Erregung, die sich als Hemmung auswirkt. Die konditionierte Hemmung (Pawlow) soll durch neutrale Stimuli ausgelöst werden, die wiederholt mit dem konditionierten Stimulus ohne Verstärkung (unkonditionierter Stimulus) geboten worden sind (auch externe oder äußere Hemmung). Aus der internen Hemmung (Pawlow), einem physiol. Gegenprozess zur Erregung durch den konditionierten Stimulus, der bei häufiger Darbietung des konditionierten Reizes ohne Verstärkung kumuliert und die Auslöschung der konditionierten Reaktion bewirkt (auch auslöschende Hemmung), wird in Hulls Theorie die reaktive Hemmung, ein formalneutrales (nicht physiol. gemeintes) Konstrukt, das auch als neg. Antrieb oder als konditionierter neg. Antrieb bezeichnet wird. Beim Konditionieren (Konditionierung) mit verzögerter Darbietung der Verstärkung (UCS) entsteht die zeitliche oder Verzögerungs-Hemmung (Pawlow), inhibition of delay (Hull). Die reziproke Hemmung erklärt nach Wolpe die Gegenkonditionierung. bedingter Reflex.

[BIO, WA], die sog. örtliche Hemmung (auch räumliche Hemmung genannt) oder die laterale Hemmung ist eine sensorische Hemmung und wird zur Erklärung scharfer visueller Umrisse durch Kontrast in der Neurophysiologie postuliert (Hemmungsfelder). Erregung in einer Region der Retina (Auge) wirkt als Hemmung in der Nachbarregion. Davon abzuheben sind die von Hernandez-Peon wahrscheinlich gemachten selektiven zentralen Hemmungsmechanismen zur Erklärung der Aufmerksamkeitsprozesse (Aufmerksamkeit, selektive, durch Filterung (Aufmerksamkeit, Filtertheorie)). Zur kollateralen Hemmung und Habituation s. a. Sokolov et al. (1970)Becker-Carus (1981) und Birbaumer (1975). Wenn bei der antagonistischen Hemmung von Beuge- und Streckmuskeln (Muskel) die hemmenden Synapsen auf die Zellen zurückwirken, von denen sie erregt werden, bezeichnet man diese Hemmung als Feedback-Hemmung. Ein Bsp. für derartige hemmende Schaltkreise von Motoneuronen ist die Renshaw-Hemmung Angeborene-Auslöse-Mechanismen (Ethologie) haben auch eine Hemmungsfunktion (Block).

Referenzen und vertiefende Literatur

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