Hering, Ewald

 

(1834–1918) (= H.), [HIS, KOG, WA], Physiologe. Karl Ewald Konstantin Hering studierte 1853–1858 in Leipzig Medizin und interessierte sich für die Forschungsthemen seiner Lehrer Ernst Heinrich Weber und Gutstav Theodor Fechner. Nach seiner Promotion (1858) arbeitete er als Assistenzarzt und habilitierte sich bei Weber über das beidäugige Sehen. 1865 wurde H. nach Wien berufen, wo er mehrere med. Entdeckungen zur Atmung machte. 1870 wurde H. nach Prag berufen und 1895 nach Leipzig, wo seine Arbeiten über Licht- und Farbsinn entstanden sind (Hering'scher Farbenkreis, Hering’sche Gegenfarbentheorie). In der Wahrnehmungsps. sind mehrere von Hering beschriebene optisch-geometrische Täuschungen nach ihm benannt (Hering'sche Sternfigur, 1861). Ein Verfahren zur Untersuchung der Tiefenwahrnehmung ist der Hering'sche Fallversuch. H. hat ferner eine ganze Reihe von Geräten entwickelt, die z. T. nach ihm benannt wurden.