Hering’sche Gegenfarbentheorie

 

[engl. opponent-process theory of color vision], nach E. Hering (1834–1918), [WA], geht aus von der phänomenalen Farbordnung (Urfarbenkreis), in der Ur- und Gegenfarben anschaulich ausgezeichnet sind. Jew. zwei sich gegenseitig ausschließende Urfarben bilden ein Gegenfarbenpaar (Gelb-Blau, Rot-Grün). Diesen beiden und dem Farbenpaar Schwarz-Weiß werden drei antagonistisch wirksame Sehsubstanzen zugeordnet, von denen jede zwei entgegengesetzte Empfindungen vermittelt. Bei Zersetzung (Dissimilierung) der Sehsubstanz entstehen die Empfindungen Weiß, Gelb, Rot, bei Aufbau (Assimilierung) Schwarz, Blau und Grün. Mischfarben resultieren aus der Dissimilierung bzw. Assimilierung zweier versch. Substanzen, während Gleichgewicht zw. den antagonistischen Prozessen zur Empfindung Grau führt (Eigenlicht der Netzhaut). Obwohl derartige Substanzen nicht bekannt sind, sprechen elektrophysiol. nachweisbare retinale Aktivierungs- und Hemmungsmechanismen an den Synapsen für die Hering’sche Theorie (Kuffler, 1953). Farbe, Farbenlehre, Farbtheorie.

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.