Herzfrequenz

 

[engl. heart rate] , [BIO], Begriff entstammt der Medizin, in der Psychophysiologie meist: Herzrate. Anzahl an Kontraktionen der kardialen Ventrikel (= Herzschläge) pro Min., im Englischen: beats per minute (= bpm). Die Herzfrequenz entsteht durch den systolischen Blutauswurf des Herzens und setzt sich im Kreislauf als Druck- und Volumenschwankung fort. Es handelt sich um einen psychophysiologischen Parameter, der meist aus dem Rohsignal des EKGs (Elektrokardiogramm) berechnet wird. Dabei wird die charakteristische R-Zacke (= Herzkammererregung) als Indikator eines mechanischen Herzschlags benutzt. Herzfrequenz kann zu einem best. Zeitpunkt gemessen werden, wobei der Abstand zweier aufeinanderfolgender R-Zacken auf die Schläge pro Min. extrapoliert wird, oder als Durchschnittswert über einen längeren Zeitraum. Steht mit dem Abstand zweier R-Zacken im EKG (RR-Intervall: in ms) in inverser Beziehung: Herzfrequenz = 60000/RRI. Die Herzfrequenz kann bei physischer Aktivität, bei sympathischer Aktivierung (chronotrope Wirkung) oder affektiven Prozessen (z. B. Angst) ansteigen. Als Indikator für sympathische Aktivierung ist die Herzfrequenz dennoch nur bedingt geeignet, da Hirnstamm-gesteuerte neg. Feedback-Schleifen (arterieller Baroreflex) die Herzfrequenz bei Blutdruckveränderungen entspr. gegenregulieren. Die Herzfrequenz kann im arteriellen Gefäßsystem an verschiedenen Körperstellen ermittelt werden. Die Herzfrequenz beträgt im Durchschnitt bei Erwachsenen (ohne Erregung oder Belastung) 65–80/Minute (Ruhepuls), bei Kindern und Senioren ist die Herzfrequenz etwas höher.