hidden profile

 

(= h.p.) [engl.] verstecktes Profil, [SOZ], h.p. ist ein sozialpsychol. Paradigma, das in Gruppenentscheidungsprozessen (Gruppe) das Phänomen beschreibt, dass Gruppenmitglieder einzelne ungeteilte Informationen, die für die Lösung eines Problems (Problemlösen) benötigt werden und über die nur sie exklusiv verfügen (ungeteilt), nicht nennen. Vielmehr äußern die Gruppenmitglieder oft lediglich die geteilten Informationen, also die Informationen, über die alle oder mehrere Gruppenmitglieder verfügen. Da die Gruppe die richtige Entscheidung ohne die ungeteilten Informationen nicht treffen kann, ist das Zusammenführen der ungeteilten Informationen (information pooling,Information-Pooling-Paradigma) notwendig. Drei Gründe werden für dieses Phänomen angeführt: Zum einen findet aufgrund des Nennungsvorteils geteilter Informationen ein verzerrter Informationsaustausch zw. den Kooperationsteilnehmern statt. Zum zweiten weisen geteilte Informationen häufig einen Akzeptanzvorteil auf, da diese im Ggs. zu ungeteilten Informationen von den anderen Gruppenmitgliedern validiert werden können, wodurch sie an Glaubwürdigkeit gewinnen. Und als dritte Ursache kann eine präferenzkonsistente Informationsverarbeitung angeführt werden. Das bedeutet, dass die vor der Gruppendiskussion anhand best. Informationen gefällten indiv. Entscheidungspräferenzen die spätere Gruppenentscheidung bzw. -lösung maßgeblich beeinflussen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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