Hippokratischer Eid

 

(= H.) [engl. hippocratic oath], [GES], ist ein Dokument med. Berufsethik (Ethik). Der Ursprung wird dem gr. Arzt Hippokrates von Kos zugeschrieben, ohne dass die genaue Urheberschaft geklärt ist, die Datierung auf 400 v. Chr. vermutet. Er hat die sittliche Haltung der Ärzte während Jahrtausenden mitbestimmt. Ursprünglich wurde er zu Beginn der Lehrzeit abgelegt, seit der Neuzeit erst nach abgeschlossenem Studium. Heute wird er in Dt. nicht mehr abgeleistet. Inhaltlich enthält er versch. ethische Vorgaben, wie die Schweigepflicht, das Gebot, Kranken nicht zu schaden, Verbot sexueller Handlungen, die bis heute gültig sind und z. B. auch Eingang in das Strafgesetzbuch gefunden haben. Andere Verhaltensweisen, wie z. B. Schwangerschaftsabbruch und aktive Sterbehilfe, die durch den Eid des Hippokrates ausdrücklich untersagt werden, werden heute kontrovers diskutiert oder sind legalisiert. Insges. drückt sich in dem Text ein hoher Anspruch an eigene Fähigkeiten und Haltungen und Respekt dem zu behandelnden Pat., aber auch den professionellen Lehrern und Schülern gegenüber aus. Darüber hinaus wendet er sich gegen Selbstüberschätzung und den Einfluss von Eigennutzen in der Behandlung und beschreibt Folgen von Wohl- oder Fehlverhalten. Der ursprüngliche Text ist nicht eindeutig und wurde im Laufe der Jhd. immer wieder unterschiedlich übersetzt und interpretiert. Eine zeitgemäße Weiterentwicklung stellt die Genfer Deklaration dar, die 1948 vom Weltärztebund verabschiedet wurde. In Dt. wird in der Muster-Berufsordnung für Ärzte, die von der Bundesärztekammer erarbeitet wurde, und bei der Aufnahme in die Ärztekammer in den Mitglieds-Unterlagen ausgeteilt wird, eine eigene moderne Anpassung unternommen.

Ein ethischer Aspekt, der im H. noch nicht erwähnt ist und heute zunehmend diskutiert wird, ist das Spannungsfeld zw. ethischer Verantwortung dem Pat. gegenüber und dem zunehmenden ökonomischen Druck im Gesundheitswesen. Professionalismus, ärztlich.

Referenzen und vertiefende Literatur

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