Hochbegabung, frühe Indikatoren

 

(= H.) [engl. giftedness, early indicators], [DIA, EW, KOG, PÄD, PER], als H. werden insbes. Aspekte akzelerierter kognitiver Entwicklung diskutiert. Die empir. Befundlage zu H. ist insges. schwach, Untersuchungen weisen häufig gravierende meth. Probleme auf (z. B. retrospektive Befragungen, nicht repräsentative Stichproben, geringer Stichprobenumfang). Insbes. mangelt es an prospektiv angelegten größeren Längsschnittuntersuchungen. Die Ergebnisse der wenigen einschlägigen längsschnittlich angelegten Untersuchungen (z. B. Fullerton Longitudinal Study) weisen auf eine frühe akzelerierte kogn. (insbes. sprachliche) Entwicklung Hochbegabter hin. Allerdings ist die prognostische Validität von frühen Indikatoren kogn. Entwicklung auf die spätere Intelligenz für individualdiagn. Fragestellungen nicht ausreichend. Dies dürfte zum einen der Dynamik bzw. der hohen interindividuellen Variabilität indiv. Entwicklungsverläufe im Kleinkind- und Vorschulalter geschuldet sein. Hinzu kommen meth. Schwierigkeiten (z. B. geringere Reliabilität der Testverfahren in diesem Altersbereich, fragliche Stabilität der Struktur der untersuchten Konstrukte; Hochbegabung, Entwicklungskonstanz). Weitere mutmaßliche H. – nicht kogn. Merkmale und Verhaltensweisen (z. B. geringes Schlafbedürfnis, erhöhte Sensibilität) – finden sich häufig in «Checklisten» zur Identifikation von Hochbegabten. Allerdings fehlt es an empirischer Evidenz für ihre Validität, sodass sie für diagn. Zwecke kaum brauchbar erscheinen. Hochbegabung, intellektuelle.

Referenzen und vertiefende Literatur

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