Hochschuldidaktik

 

(= H.) [engl. didactics in higher education], [PÄD], befasst sich mit der Gestaltung des hochschulischen Lehrens und Lernens (Lehr-Lern-Forschung, Lehr-Lern-Methoden, Lehr-Lern-Prozesse). Gegenstand der H. sind Fragestellungen, die Lehrziele und Lernziele, Lerninhalte und Unterrichtsmethoden betreffen. Darüber hinaus nimmt sie die Voraussetzungen dieser Aspekte und ihre Einbindung in den institutionellen Kontext in den Blick. Ihr Ziel besteht in der Bereitstellung von wiss. gesichertem Handlungswissen für alle Bereiche, die das hochschulische Lehren und Lernen tangieren. Ihr Handlungsfeld bezieht sich dadurch auf versch. Ebenen – von der Gestaltung konkreter Lehr-Lernsituationen bis hin zur Studiengangentwicklung – und schließt unterschiedliche Akteure (Lehrende und Lernende, aber auch Hochschuladministration und -leitung) ein. H. ist an dt. Universitäten und Fachhochschulen überwiegend an spez. hochschuldidaktischen Zentren institutionalisiert, die in erster Linie als Service- und Beratungseinrichtungen fungieren und dadurch stark praxisorientiert ausgerichtet sind. Als bundesweiter Dachverband dieser Zentren versteht sich die Dt. Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd). Seit 2011 erhält die dt. H. durch das Bund-Länder-Programm Qualitätspakt Lehre Auftrieb, das die Verbesserung der Studienbedingungen und der Lehre zum Ziel hat und dessen zweite Förderrunde 2020 ausläuft.

 Disziplinär bildet die H. dasjenige Teilgebiet der Allg. Didaktik ab, das sich auf das Lehren und Lernen an Hochschulen bezieht. Jedoch existieren innerhalb einiger Studienfächer auch hochschulische Fachdidaktiken, z. B. die Med.didaktik. Der Diskurs um den Nutzen einer fachspezif. oder fachübergreifenden Ausrichtung der H. dauert an. Als Wiss. lässt sich H. als ein Teilgebiet der Bildungsforschung einordnen, das im Schnittfeld von Lehr-Lern-Forschung, Hochschulforschung und Wiss.forschung liegt. Allerdings ist sie in Dt. als eigenständiges Fach kaum etabliert und es existieren nur wenige hochschuldidaktische Professuren und/oder Forschungseinrichtungen. Daher wird hochschuldidaktische Forschung vorwiegend in der psychol. Lehr-Lern-Forschung, der Erziehungswiss. und der Soziologie betrieben. Zuweilen widmen sich auch andere Disziplinen entspr. Fragestellungen. Die resultierenden Erkenntnisse werden für die didaktische Professionalisierung von Lehrkräften, die Verwissenschaftlichung hochschuldidaktischer Aus- und Weiterbildungen sowie die Hochschulentwicklung (Bildungsevaluation) genutzt.

 In ihrer Gesamtheit stellen die versch. Bezugsdisziplinen zahlreiche Theorien, Modelle, Forschungserkenntnisse und meth. Zugänge bereit. Diese Vielfalt erschwert mitunter die Profilbildung der H. als Wiss. Weiterhin erklärt sie, weswegen bisher kein Standardlehrwerk oder Ausbildungskanon für Lehrende und Hochschuldidaktiker existiert. Auch der Begriff «Hochschuldidaktiker» stellt keine geschützte Berufsbez. dar. Angebots-Nutzungs-Modell der Wirkfaktoren akademischer Leistungen, Unterrichtseffektivität.

Referenzen und vertiefende Literatur

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