Hochschulforschung

 

(= HF.), [engl. research in higher education], [PÄD], hat die Institution Hochschule (= H.) zum Gegenstand. Sie subsummiert alle Forschungsarbeiten, in deren Fokus die H. mit ihren unterschiedlichen Handlungsebenen (von einzelnen Lehrveranstaltungen bis hin zur H.leitung) sowie die versch. an ihr beteiligten Akteursgruppen (Studierende, Wissenschaftler, Administration und Verwaltung, Leitungsstrukturen, Politik) stehen. Das multi- und auch interdisziplinäre Forschungsfeld wird in Dt. aus der Perspektive versch. Fachrichtungen bearbeitet, z. B. Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie, Rechtswiss., Ps. In der Konsequenz kann das Themenspektrum durch die Auswahl des Untersuchungsgegenstands, jedoch nicht durch spez. meth. Zugänge oder eine disziplinäre Zugehörigkeit bestimmt werden.

In der HF. wird sowohl Grundlagen- als auch Anwendungsforschung betrieben, wobei der Fokus oft auf der Lösung praktischer Probleme liegt. Dabei werden nicht nur Studiengänge und -bedingungen, sondern auch die aus ihnen resultierenden Ergebnisse und Konsequenzen (z. B. Bildungsverläufe und Employability) untersucht. Zudem werden die Zielsetzungen von H. in Hinblick auf ihre Ökonomie beleuchtet. Die Fragestellungen der HF. gehen damit deutlich über die Ebene des konkreten Lehrens und Lernens (Lehr-Lern-Forschung) hinaus. Akt. häufig bearbeitete Fragestellungen betreffen die Themenfelder H.expansion, Diversifizierung, Steuerung und Management, Internationalisierung und Professionalisierung. Seltener stehen Theoriebildung sowie Themen jenseits akt. Problemlagen im Zentrum der Untersuchungen. In der Konsequenz mangelt es in Dt. insbes. an der theorieproduzierenden und -prüfenden HF., empir. HF. und Institutional Research.

In Dt. ist die H. seit 2006 in der Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf) institutionalisiert. Im Unterschied zu anderen Ländern ist sie hierzulande kaum über Lehrstühle an Universitäten angebunden, weswegen H.forscher vorwiegend an eigens hierfür geschaffenen wiss. Einrichtungen und Instituten arbeiten. Dabei wird auf unterschiedlichen hochschulischen Handlungsebenen, vor allem der institutionellen Ebene, in Verzahnung mit polit. Akteuren gehandelt. Weil H.forscher oftmals zugleich auch als H.berater tätig sind, bestehen fließende Übergänge von der HF. zur H.beratung. Bildungsforschung.

Referenzen und vertiefende Literatur

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