Hochsensibilität

 

(= HS.) [engl.high sensitive persons], syn. Hypersensibilität, Überempfindlichkeit,[PER], ein von Aron und Aron (1997) beschriebenes Persönlichkeitsmerkmal i. S. der Wahrnehmungssensitivität für externe Reize (z. B. Gerüche, Geräusche) und interne Reize (z. B. Hunger, Schmerz). Menschen mit HS. nehmen Reize intensiver wahr, da nach Aron und Aron neue Reize elaborierter verarbeitet werden. Die sensorischen Inputs führen zu erhöhtem Arousal. Als Bewältigungsmechanismus wird versucht, Überstimulation zu vermeiden, z. B. durch soziale Introversion. Nach Kagan (1994) wird eine HS.-Prävalenz von 15-25% in der Gesamtbevölkerung angenommen. Es liegen Befunde zu erhöhten Symptombelastungen, höherer Ängstlichkeit und Depressivität, Rückzug aber auch intensivem Erleben von Kunst und Musik vor. Eine ätiologische Erklärung gibt es derzeit nicht. Erfasst werden kann HS mit der HSP-Skala von Aron und Aron, einem Selbstbeurteilungsfragebogen mit drei Faktoren (Leichtigkeit der Erregung, Ästhetische Sensitivität und Höhe der Wahrnehmungsschwelle), der auch auf Deutsch vorliegt (Konrad & Herzberg, 2016).

Verwendete Literatur

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