Hoffnung auf Anschluss

 

(= H.) [engl. hope of affiliation], [EM, PER, SOZ], H. ist – neben der Furcht vor Misserfolg und dem Machtmotiv – eines der Motive (Motiv), die in Situationen aktiviert werden, wenn mit fremden oder wenig bekannten Personen Kontakt aufgenommen werden kann. Das Ziel der dann angeregten Motivation ist die Herstellung einer wechselseitigen pos. Beziehung, d. h. Bekanntschaften zu machen, Harmonie herzustellen und mit anderen zu kooperieren (Kooperation). Personen mit einer starken Ausprägung des Motivs haben, im Ggs. zu solchen mit einer schwachen, höhere Erwartungen an das Erreichen des anschlussthematischen Ziels. Dies gilt sowohl bzgl. der Einschätzung der Situation selbst als auch der Einschätzung, durch eigenes Handeln das Ziel zu erreichen. Begleitet werden diese Erwartungen durch angenehme, freudige Gefühle und Selbstvertrauen. Zudem lässt sich zeigen, dass sie sich ihren Gesprächspartnern als ähnlicher wahrnehmen, diese in einem besseren Licht sehen und sie mehr mögen – aber sie werden auch von den anderen mehr gemocht. Ihre freundliche Art wirkt also ansteckend. Der optimistische Umgang mit Fremden führt allerdings nicht zu einer realitätsfernen Einschätzung, denn Personen mit hoher H. können zw. Signalen der sozialen Anerkennung und solchen der Ablehnung genau unterschieden, und reagieren darauf auch jew. angemessen. Es gibt Belege dafür, dass H. mit Ausschüttungen des Neurotransmitters Dopamin korrespondiert. Die entspannende Wirkung des dopaminergen neuroendokrinen Systems (Neuroendokrinologie) im Kontext von Anschlussverhalten kann als pos. Verstärkung angesehen werden. Intimitätsmotiv.

Verwendete Literatur

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