Hoyos, Carl Graf

 

(1923–2012),  [HIS, GES, AO],  Carl Graf Hoyos war ein Vertreter der Angewandten Ps. – insbes. der Arbeits-, Ingenieur- und Verkehrspsychologie. Die Familie von Carl Graf Hoyos kam ursprünglich aus Spanien; ein Teil der Familie ging nach Schlesien, ein anderer nach Österreich. Graf Hoyos wurde in Schlesien geboren. Er wurde 1940 Soldat, geriet 1945 in russische Kriegsgefangenschaft, studierte in Berlin und ab 1947 in Hamburg Ps. Er erwarb 1951 das Diplom, hatte dann fünf Jahre lang eine Assistentenstelle bei Curt Bondy in Hamburg, wo er 1954 promovierte. Graf Hoyos arbeitete dann u. a. beim Technischen Überwachungsverein Hannover, beim Max-Planck-Institut für Arbeitsphysiologie in Dortmund und am Institut für Ergonomie an der TH München. 1968 nahm er einen Ruf an die neu gegründete Universität Regensburg an; 1972 wechselte er auf einen neu geschaffenen Lehrstuhl an der Technischen Universität München, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1989 innehatte. Die Forschungsinteressen von Graf Hoyos lagen im Bereich der Sicherheit, besonders der Arbeits- und Verkehrssicherheit (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz). Graf Hoyos entwickelte standardisierte Verfahren zur Arbeitsanalyse (Fragebogen zur Arbeitsanalyse (FAA)) und zur Sicherheitsdiagnose (Fragebogen zur  Sicherheitsdiagnose (FSD)). Er war auch in Fragen der Profession engagiert. Mit seiner Denkschrift (Hoyos, 1964) gab er einen genauen Überblick über die insges. unbefriedigende Lage der Ps. an westdt. Universitäten zu dieser Zeit. Diese Bestandsaufnahme wurde zur Basis des Ausbaus in den Folgejahren. Als geschäftsführender Herausgeber gestaltete Graf Hoyos die Zeitschrift Arbeit und Leistung zu einer führenden Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie. Graf Hoyos wurde mit der Hugo-Münsterberg-Medaille und der Ehrendoktorwürde der Universität Dortmund ausgezeichnet. Er starb im Alter von 89 Jahren 2012 in seinem Heimatort Icking.

Verwendete Literatur

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