Hypertonie, essenzielle

 

(= e. H.) [engl. essential hypertension; lat. essentia Wesen], Hypertonie, [BIO, GES], häufigste kardiovaskuläre Erkrankung der Industriestaaten im 20. Jhd. mit vorwiegend psych. Ursachen. Labile und stabile e. H. werden aufgrund des peripheren Gefäßverhaltens unterschieden: In der labilen Phase kommt es v. a. in unvorhersagbaren und unkontrollierbaren Leistungssituationen zu kurzfristigen Erhöhungen des systolischen Blutdrucks. In der stabilen Phase meist chronische Erhöhung des diastolischen Blutdrucks durch periphere Gefäßverengung ohne Veränderung der Herzfrequenz und oft unabhängig von bestehenden psych. Konflikten. Beteiligung renaler (Nieren) Faktoren umstritten. An e. H. sind Fettsucht, Typ A-Verhalten (Typ A-, Typ B-Persönlichkeit), genetische Faktoren, Barorezeptorenzentren u. a. beteiligt; psychol. Therapien der e. H. sind EntspannungMeditation und Biofeedback. Bluthochdruck ist einer der Risikofaktoren für die koronare Herzerkrankung, woraus sich ein hinreichender Anlass für eine Behandlung ergibt. Für eine medikamentöse Behandlung fehlt oft die Compliance, da sich der Bluthochdruckpatient subj. mit seiner Erkrankung besser fühlt als ohne sie. Neben der Verbesserung der Compliance setzen psychol. Interventionen an der Modifikation von Wahrnehmungs- und Beurteilungsprozessen sowie an der Änderung kompensatorischen Leistungsverhaltens an, die beide als mitursächlich für die Entstehung einer H. angesehen werden. Erfolgreich eingesetzt werden auch Entspannungstechniken, die aktivierungsdämpfend wirken.

Referenzen und vertiefende Literatur

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